GESELLSCHAFT: Studierende in Groningen protestieren wegen Zimmerknappheit

Groningen, BJ/NRC, Trouw, 09. September 2021

Eine Gruppe Studierender hat am Donnerstag ein Gebäude der Universität Groningen besetzt. Die Demonstranten gaben an, dass sie das Gebäude erst verlassen werden, wenn ihre Forderung nach Wohnraum erfüllt wird. Genauso wie andere Universitätsstädte kämpft Groningen mit einen Mangel an Zimmern für Studierende.

Die Aktivisten versammelten sich gegen 12 Uhr auf dem Grote Markt in Groningen. Anschließend drang die Gruppe von rund 150 – 250 Studierenden in das Hauptgebäude der Universität Groningen ein. Laut dem „Dagblad van het Noorden“ (dt. Tageszeitung des Norden) wollen die Demonstranten auf den Wohnungsmangel aufmerksam machen. Deshalb trugen sie während des „Marsches der Obdachlosen“ Schilder mit Sprüchen wie „Wohnen ist ein Menschenrecht“ oder „ Der Winter kommt“. Sie riefen auch Slogans, um deutlich zu machen, dass sie schnell gute Wohnungen wollen.

In diesem Jahr waren hunderte Studierende nicht in der Lage ein WG-Zimmer oder eine Wohnung zu finden. Einige der Studierenden schlafen derzeit in Notunterkünften, welche die Gemeinde bereit gestellt hat. Andere kamen bei Freunden oder auf dem Campingplatz unter. Die Studierenden sind der Ansicht, dass die Universität nicht genug tue um vor allem den internationalen Studierenden eine Unterkunft zu bieten. Einige der Studierenden hatten Schlafsäcke und Matratzen dabei. Sie gaben an, dass sie, wenn nötig, dazu bereit seien die Nacht in dem Universitätsgebäude zu verbringen.

Der Arbeitsgruppe Shelter Our Students (S.O.S., dt. Obdach für unsere Studierenden), einer Initiative von acht Studentenverbänden, zufolge fordern die Demonstranten eine sofortige Notunterkunft für Studierende in Groningen, die derzeit „obdachlos“ sind. Eine weitere Forderung ist eine bessere Kommunikation gegenüber den internationalen Studierenden. Diese sollen u.a. vor Betrügern gewarnt werden. Nach Angaben der SOS sei der Bau von zweitausend Studentenzimmer auf dem Zernike Campus im Norden der Stadt notwendig, um den Wohnungsmangel zu beheben.

Wie andere Universitätsstädte kämpft die Stadt Groningen mit einem Mangel an Wohnraum für die stetig wachsende Zahl neuer Studierender. Die Wohnungsknappheit sei aufgrund des Zustroms internationaler Studierender in der Regel zu Beginn des akademischen Jahres am größten. Während niederländische Studierende, die noch kein Zimmer haben, oftmals bei den Eltern oder Verwandten Unterschlupf finden können, haben internationale Studierende diese Möglichkeit nicht. In der niederländischen Stadt Enschede haben schätzungsweise 400-500 internationale Studierende noch kein Zimmer gefunden, obwohl das neue Studienjahr bereits begonnen hat. Insgesamt schätzt die Studierendenvertretung LSVb die Anzahl der internationalen Studierenden in den Niederlanden, welche noch kein Zimmer haben, auf hunderte, wenn nicht sogar tausende.