UMWELT: Limburg: Aufatmen nach dem Hochwasser

Den Haag, MD/VK/Trouw/NRC, 19. Juli 2021

Am vergangenen Wochenende wurden neben Deutschland auch die Niederlande teilweise heftig von Unwettern getroffen. Besonders in der an Nordrhein-Westfalen angrenzenden Provinz Limburg kam es entlang des Flusses Maas zu Überschwemmungen. Teilweise mussten die Städte Roermond und Venlo, sowie weitere Gemeinden in der Provinz evakuiert werden. Ministerpräsident Mark Rutte (VVD) reiste bereits am Freitag nach Limburg und betonte, dass das Kabinett alles tun würde, um der Provinz so gut wie möglich zu helfen. Das Kabinett hat bereits am Donnerstagabend während einer Krisensitzung beschlossen, die Überflutungen formal als nationale Katastrophe zu vermerken.

Im Vergleich zu den Überflutungen in Belgien und Deutschland ging das Wasserschutzkonzept in der Provinz Limburg auf. Nach schweren Überschwemmungen in den 90er Jahren wurde der Hochwasserschutz in der Region deutlich verstärkt. An rund dreißig Stellen wurde in den vergangenen zehn Jahren mehr Platz für die Waal geschaffen, wo das Wasser bei Überschwemmungen abfließen kann. Außerdem wurde der Fluss teilweise vertieft.

Einen Mangel habe es laut Peter Glas, Kommissar des Deltaprogramms, welches sich um Wassersicherheit kümmert, bei der lokalen Vorsorge gegeben. So seien bei den großen Flüssen zwar Vorkehrungen getroffen worden, bei kleinen Flüssen sei dies allerdings vernachlässigt worden. Besonders bei kleinen Flüssen, welche in die Maas fließen, ist es nun zu Überschwemmungen gekommen. Viele regionale Maßnahmen wurden spontan von den Bewohner:innen der Provinz durchgeführt. In vielen Orten wurden die Deiche unter Hilfe der Bürger:innen mit Sandsäcken verstärkt. Ein vom Nationalen Katastrophenfonds eingerichtetes Spendenkonto sammelte in kurzer Zeit über eine Million Euro für die betroffenen Gebiete.

Durch die Notlage wurde allerdings nicht nur die Hilfsbereitschaft der Menschen aktiviert. Es kam in den betroffenen Regionen am Wochenende auch vermehrt zu Katastrophentourismus. Auch wiederholte Aufrufe der Gemeinden und der Provinz Limburg nicht in die betroffenen Gebiete zu fahren und sich vor allem von den Deichen fernzuhalten, da diese durch die enormen Wassermassen eventuell Schaden genommen haben können, wurden von vielen Menschen ignoriert. Die Gemeinde Roermond hat daraufhin sogar Geldstrafen für Menschen angedroht, die sich nicht an die Aufrufe halten.

Nach einem angespannten Wochenende kann die Region nun allerdings wieder aufatmen. Der Höhepunkt des Hochwassers ist inzwischen überschritten und fließt nun wieder ab. In den nächsten Tagen werden in anderen Provinzen Höchststände erwartet, wofür inzwischen Vorkehrungen getroffen wurden. Seit Sonntagmittag ist der Zugverkehr in der Provinz Limburg zu großen Teilen wiederhergestellt. Ebenso konnten die meisten evakuierten Menschen wieder in ihre Häuser zurückkehren. Bei vielen herrscht vor allem Erleichterung vor, dass die Überschwemmungen glimpflicher abliefen als in Teilen Deutschlands. Dennoch hat das Wochenende viele Schäden hinterlassen, welche in den kommenden Wochen und Monaten behoben werden müssen.