WIRTSCHAFT: CPB korrigiert Prognosen für Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit in 2021 nach unten

Den Haag, BJ/CPB/NRC/VK, 31. März 2021

Das Forschungsinstitut Centraal Planbureau (CPB) veröffentlichte Mittwoch eine neue Prognose zur mittelfristigen Entwicklung der wirtschaftlichen Situation in den Niederlanden für den Zeitraum 2022-2025. Grundlage für die Analyse sind die aktuellen Maßnahmen der Regierung, welche bis Ende Juni laufen. Laut den Prognosen des CPB werde die Wirtschaft in diesem Jahr um 2,2 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit werde zudem um 4,4 Prozent zunehmen. Außerdem wird ein öffentliches Defizit von 5,9 Prozent erwartet.

Das CPB hat die Prognosen für das niederländische Wirtschaftswachstum in diesem Jahr von 2,8 auf 2,2 Prozent nach unten korrigiert. Ende 2021 werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) jedoch wieder über dem Niveau von Ende 2019 liegen. Für das folgende Jahr (2022) wird eine Zunahme des BIP um 3,5 Prozent erwartet. Das BIP werde im Jahr 2025 sogar 2 Prozent höher ausfallen, als in der letzten Prognose im November 2020 erwartet wurde. Insgesamt würde das BIP in 2025 damit 3 Prozent geringer ausfallen, als in der Wirtschaftsprognose vom März 2020, in der die Folgen des Coronavirus noch nicht berücksichtigt wurden. Das Coronavirus scheint dementsprechend mittelfristig zu einem weniger starken Wirtschaftswachstum zu führen.

Neben der Prognose für das BIP wurde auch die Prognose für die Arbeitslosigkeit nach unten berichtigt. Mit einem erwarteten Anstieg von 4,4 Prozent in 2021 und 4,7 Prozent in 2022 wurden die Prognosen vom CPB im Vergleich zu den Wirtschaftsprognosen vom November 2020 um 1,7 bzw. 0,7 Prozent nach unten korrigiert. Grund für diese Korrektur ist eine unerwartete Abnahme der Arbeitslosigkeit zwischen November 2020 und Januar 2021, welche auf ein unerwartetes Wachstum bei der Beschäftigung zurückzuführen ist. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit wird vor allem in der zweiten Hälfte dieses Jahres erwartet, da mit dem Auslaufen der Unterstützungsmaßnahmen höchstwahrscheinlich ein Anstieg an Insolvenzen und Umstrukturierungen einhergehen wird.

Aufgrund der umfangreichen Unterstützungsmaßnahmen wird sich das öffentliche Defizit in den Niederlanden Ende dieses Jahres auf 5,9 Prozent belaufen. Damit toppt das Corona-Defizit das Defizit aus der weltweiten Wirtschaftskrise im Jahre 2010. Damals belief sich das Defizit auf 5,2 Prozent des BIP. Das CPB beziffert das Defizit für nächstes Jahr auf 2,7 Prozent, unter der Annahme, dass die Unterstützungsmaßnahmen auslaufen und die Wirtschaft sich erholt. Durch das Defizit, die Unterstützungsmaßnahmen und den Steueraufschub steigen die Staatsschulden zudem bis Ende des Jahres auf 59 Prozent – eine Zunahme um 10 Prozent im Vergleich zu 2019. Nächstes Jahr sollen die Staatsschulden auf 57 Prozent des BIP sinken.

Das CPB weißt ausdrücklich darauf hin, dass die bestehenden Unsicherheiten bei den Prognosen bezüglich der wirtschaftlichen Situation in den Niederlanden durch die Ungewissheit der Coronapandemie verstärkt werden. Deshalb hat das CPB neben dem Basisszenario auch ein pessimistisches und ein optimistisches Szenario entwickelt. In dem pessimistischen Szenario führen neue Virusmutationen, bei denen die heutigen Impfstoffe nicht ausreichend schützen, zu neuen Restriktionen und großer Vorsicht bei den Konsumenten. Dies spiegelt sich in einer weiteren Abnahme des BIP und einer Zunahme der Arbeitslosigkeit wieder. Bei dem optimistischen Szenario führen positive Zukunftsaussichten zu Investitionen seitens der Unternehmen und gesteigertem Konsum bei den Konsumenten, welche sich in einer Erholung der Wirtschaft widerspiegeln.