GESUNDHEIT: Lidl verbannt Rauchwaren aus den Regalen

Den Haag, CB/NRC, Trouw, VK, 02. Oktober 2021

Lidl verkauft in den niederländischen Filialen ab sofort keine Rauchwaren mehr. Damit löst der Discountsupermarkt ein Versprechen aus 2018 ein.

Bei Lidl können Kunden keinen Zigaretten mehr kaufen: Ab sofort liegen Tabakprodukten nicht mehr in den Regalen des deutschen Supermarktes. Früher als andere Supermärkte beabsichtigt Lidl, die eigenen Läden rauchfrei zu machen. So rief der Betrieb vor einigen Jahren die Bewegung „Auf dem Weg zu einer rauchfreien Generation“ ins Leben. Diese Initiative, die durch eine Koalition von Gesundheits- und Krebsbekämpfungsorganisationen gefordert wird, beabsichtigt der neuen Generation eine Chance zu geben, rauchfrei aufzuwachsen.

2018 teilte Lidl mit, mit dem Verkauf von Zigaretten aufzuhören. Damals sagte der Discounter, Zigaretten und andere Rauchwaren sollen spätestens im Jahr 2022 nicht mehr in den Regalen zu finden sein. Diese Deadline konnte den Betrieb sogar ein Jahr früher einhalten. Ein Sprecher des Supermarktes erläutert, seit 2018 sei Lidl damit beschäftigt, den Tabaksverkauf schrittweise zu verringern. Alle Filialen, die seitdem eröffnet wurden, verkauften schon keinen Tabakswaren mehr.

Ein Sprecher des Longfonds (Lungenfonds) reagiert positiv über die Entscheidung des Konzerns: „Lidl unternimmt heute einen riesigen Schritt auf dem Weg zu einer rauchfreien Generation und ist so ein Leitbild für die gesamte Branche. Wir sind davon überzeugt, dass anderen Supermärkte nicht hinterbleiben können.“

Mit der Entscheidung, keine Zigaretten mehr zu verkaufen, greift Lidl einem allgemeinen Zigarettenverkaufsverbot vor. Das Kabinett verkündete im letzten Jahr, spätestens 2024 dürfen Supermärkte keine Rauchwaren mehr verkaufen. Außerdem wird 2023 der Verkauf über das Internet illegal. Ab 2024 darf es nur noch an Tankstellen und in Spezialitätsgeschäften sowie Kiosken verkauft werden.

Diese Verbote sind Teil des nationalen Präventionsabkommens (nld.: nationaal preventieakkoord). Diese Agenda, die 2018 vom Staatssekretär für die Gesundheit Paul Blokhuis (ChristenUnie) präsentiert wurde, umfasst ein breites Paket von Forderungen, um einen gesünderen Lebensstil für die Niederländer zu schaffen. Nicht nur Rauchen wird mithilfe von diesem Programm bekämpft: Es beinhaltet auch Maßnahmen, um übermäßigen Alkoholkonsum sowie Übergewicht entgegenzutreten. Das preventieakkoord wurde von mehr als 70 Parteien, die im Bereich Tabak, Alkohol oder Ernährung tätig sind, unterzeichnet.

Dass Lidl ausgerechnet jetzt mit dem Beschluss kommt, ist kein Zufall: der 1. Oktober ist auch der Startschuss für „Stoptober“. Jedes Jahr steht der Monat Oktober für vielen Raucher im Zeichen von Raucherentwöhnung. Sie versuchen, im Oktober nicht zu rauchen und das auch nachdem durchzuhalten.