GESELLSCHAFT: Black Friday sorgte für zu volle Innenstädte

Den Haag/RotterdamMD/VK/Trouw, 30. November 2020

Der vergangene Black Friday führte in vielen niederländischen Städten zu großen Massen von Besuchern. Sie wollten die vielen Rabattaktionen der Geschäfte in Anspruch nehmen, welche an diesem Wochenende wegen des aus den USA nach Europa übergeschwappten Aktionstages angeboten wurden. Viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister beklagten als Folge zu volle Innenstädte. Teils wurden sogar verfrühte Schließungen der Geschäfte veranlasst.

So wurden beispielsweise in Rotterdam, Eindhoven und Dodrecht angeordnet, dass Läden am Wochenende früher schließen mussten. Der Bürgermeister von Eindhoven John Jorritsma sagte gegenüber dem Fernsehsender NOS: „Wir haben keineswegs gesehen, dass sich Menschen an die Corona-Regeln halten. Der Bürgermeister von Dodrecht rief die Menschen am Samstag per Twitter auf nicht mehr in die Stadt zu kommen. Solche Aufrufe gab es auch aus Amsterdam, Den Haag und Appeldoorn.

In der Folge ist nun auch eine Debatte darüber entbrannt, ob die Regierung bereits im Vorfeld hätte einschreiten müssen. Rianne Donders, Bürgermeisterin von Roermond, welches wegen des dortigen Designer Outlets stark frequentiert war, sagte am Sonntag in einer Erklärung, dass sie sich fragt, „ob das Kabinett den Black Friday nicht nur als Online-Veranstaltung hätte erlauben dürfen.“ In die gleiche Richtung gehen auch die Einschätzungen des Bürgermeisters von Rotterdam Ahmed Aboutaleb. In der TV-Sendung Buitenhof sagte Aboutaleb, er und die 24 anderen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, welche gemeinsam den Veiligheidsberaad bilden, hätten bereits im Vorfeld das Kabinett gebeten, etwas gegen den zu erwartenden Ansturm zu unternehmen. „Das Kabinett habe beschlossen das nicht zu tun.“

Ein Sprecher des Kabinetts antwortete daraufhin am Sonntagabend über die Presse-Agentur ANP, dass es nie die Anfrage gegeben habe, den Black Friday in diesem Jahr zu verbieten. Dies sei juristisch ohnehin ausgesprochen schwierig durchzusetzen. Der Sprecher wies darauf hin, dass „die Bürgermeister die Autorität haben, bei Bedarf einzugreifen, so wie es wiederholt im Veiligheidsberaad besprochen haben und wie es vergangenes Wochenende auch in einigen Gemeinden geschehen ist.“

Die Bilanz des diesjährigen Black Friday zeigt, dass trotz der vollen Innenstädte etwa 13% weniger Transaktionen ausgeführt wurden. Am Freitag waren es etwa 18,5 Millionen. Insgesamt wurden etwa 550 Millionen Euro ausgegeben. Dies betrifft allerdings nur den Handel in den Geschäften. Der Online-Verkauf nahm im Vergleich zum Vorjahr stark zu.