GESELLSCHAFT: Ankunft von Sinterklaas unter Ausschluss von Besuchern – Begleitet von Protesten

Elburg/Breda/MaastrichtMD/VK/Trouw, 16. November 2020

Die Ankunft von Sinterklaas und seinen Pieten fand dieses Jahr aufgrund der Corona-Einschränkungen zum ersten Mal an einem geheimen Ort unter Ausschluss von Besuchern statt. Verfolgt werden konnte die Ankunft des Heiligen an der fiktiven Dieuwertje Blokkade am Samstag um 12 Uhr im Sinterklaasjournaal des Fernsehsenders NPO3. Auch die vielen lokalen Ankünfte von Sinterklaas wurden ohne Publikum organisiert.

Nach seiner Ankunft reiste Sinterklaas weiter in das Grotepietenhuis im Schloss Soestdijk in Baarn, welches für die kommende Woche sein Heim sein wird. Wie viele andere Niederländerinnen und Niederländer wird Sinterklaas seine Aufgaben von dort aus im Home-Office ausführen. Er empfing lediglich einige Bürgermeister persönlich, welche mit einer Anzahl Kindern, die ihm selbstgemalte Bilder schenkten, sowie einige Menschen aus den Provinzen, die lokale Leckereien mitbrachten. Im Gegensatz zu ihrem Chef dürfen die Pieten das Schloss in den nächsten Wochen verlassen, um Geschenke an die Kinder zu verteilen.

Wie in den vergangenen Jahren fanden auch dieses Jahr wieder Demonstrationen gegen die rassistische Tradition der Schwarzen Pieten statt. Diese konzentrierten sich dieses Jahr auf die beiden Städte Breda und Maastricht. In Breda versammelten sich rund 50 Anhänger der Gruppe Kick Out Zwarte Piet auf einem Parkplatz. Breda ist eine der Gemeinden, die in diesem Jahr die Schwarzen Pieten gegen die grauen sogenannten „Schornsteinfegerpieten“ ausgetauscht haben, um so rassistische Diskriminierungen zu vermeiden. Nicht genug finden die Gegner der Pieten, da sie durch ihre roten Lippen und krausen Haare noch stets kolonialrassistische Karikaturen darstellen würden. Die Demonstration, welche aus Angst vor Anfeindungen an einem geheimen Ort abgehalten wurde, zog schnell Aufmerksamkeit auf sich und einige Befürworter der Schwarzen Pieten formierten sich zum Gegenprotest und beschimpften die Demonstranten von Kick Out Zwarte Piet.

Befürworter und Gegner der Schwarzen Pieten trafen auch in Maastricht aufeinander, wo mobile Einheiten der Polizei die beiden Gruppen zu trennen versuchte. Daraufhin wurden sie von Anhängern der Schwarzen Pieten – unter die sich auch Ultras des Fußballclubs MVV Maastricht gemischt haben – mit Feuerwerk beschossen. Dabei wurde ein Polizist verletzt, fünf Menschen wurden verhaftet.