POLITIK: Liane den Haan wird zur Spitzenkandidatin für 50Plus gewählt

Den Haag, MD/VK/NRC, 05. Oktober 2020

Nachdem sich die Partei 50Plus Anfang des Jahres in einer schweren Führungskrise befand, welche darin gipfelte, dass der gesamte Parteivorstand seinen Rücktritt verkündete, wurde nun mit Liane den Haan eine neue Spitzenkandidatin für die Wahlen zur Tweede Kamer 2021 bestimmt.

Den Haan setzte sich in der online abgehaltenen Abstimmung vom 03. Oktober gegen die Fraktionsvorsitzende Corrie van Brenk, sowie fünf weitere Kandidatinnen und Kandidaten durch. Von den etwa 4000 stimmberechtigten Mitgliedern der Partei nahmen 362 die Möglichkeit wahr, ihre Stimme abzugeben. Bei der Wahl, die Den Haan mit 52% der Stimmen für sich entscheiden konnte, lief es auf ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen ihr und Van Brenk hinaus, welche letztendlich 42% der Stimmen erhielt.

Möglich gemacht wurde der Sieg Den Haans unter anderem von der Abgeordneten der Tweede Kamer Léonie Sazias, die ursprünglich selbst kandidieren wollte, ihre Kandidatur allerdings zu Gunsten Den Haans zurückzog. So ermöglichte sie den Sieg der Kandidatin, welche durch den Parteivorstand um Jan Nagel unterstützt wurde und die Partei nun einen soll.

Damit fällt Den Haan, welche zuvor vor allem als Vorsitzende des Seniorenverbandes ANBO bekannt war, keine einfache Aufgabe zu. Bereits ihre Wahl hat zu neuen Verwerfungen geführt. So hat der ebenfalls erst am Samstag gewählte Vorsitzende der Programmkommission Rob de Brouwer als Reaktion auf die Wahl seinen Rücktritt von dieser Position erklärt und seine Parteimitgliedschaft beendet. Auch der Parteivorsitz der Provinz Overijssel hat als Reaktion auf die Wahl kollektiv die Parteimitgliedschaft beendet.

All diese Führungsstreitigkeiten wirken sich für die Partei auch negativ auf ihre Umfragewerte aus. Nach dem Rücktritt von Den Haans Vorgängers Henk Krol ging es für die Partei in den Umfragen stetig abwärts. Laut aktuellen Umfragen würde die Partei momentan nur noch auf ein bis zwei Sitze im Parlament kommen. Auch das Wählerpotential der Partei ist enorm gesunken. Laut Umfragen von Maurice de Hond konnten sich vor einem Jahr noch 1,3 Millionen Menschen vorstellen 50Plus zu wählen, während es aktuell nur noch etwa 400.000 sind.