WIRTSCHAFT: KLM einigt sich mit Gewerkschaften auf eine Rahmenvereinbarung für Einsparungen

Den Haag/Haarlemmermeer, MD/VK/Trouw/NRC, 02. Oktober 2020

Durch den als Folge der Corona-Krise stark eingeschränkten Luftverkehr kam es bei der Airline KLM zu großen finanziellen Einbußen. Bereits bis Ende August erhielt die Airline ein Darlehen von 227 Millionen Euro vom Staat und weitere 665 Millionen Euro von Banken mit staatlicher Bürgschaft. Um weitere staatliche Hilfen zu erhalten forderte Finanzminister Wopke Hoekstra (CDA) bis zum 01. Oktober einen Plan zur Umstrukturierung des Unternehmens.

Eine der Forderungen an das Unternehmen war die Reduzierung der Kosten um mindestens 15 Prozent. Um dieses Ziel zu erfüllen wurden Einsparungen bei den Lohnzahlungen unvermeidlich und die KLM musste Verhandlungen mit den allen acht Gewerkschaften antreten, welche die 33 Tausend Mitarbeiter des Unternehmens vertreten. Der ausgehandelte Plan umfasst den Verzicht eines Großteils der Belegschaft auf eine Gehaltserhöhung von jeweils 2,5 Prozent für die nächsten beiden Jahre und teilweise sogar Lohnkürzungen.

Die zähsten Verhandlungen fanden lange Zeit mit der Pilotengewerkschaft VNV statt. Der strittigste Punkt war die Dauer der Aussetzung des Tarifvertrages. KLM sah eine Aussetzung bis 2023 vor, während sich die VNV letztendlich eine Aussetzung bis 2022 durchsetzen konnte.

Am Tag vor der von Hoekstra gesetzten Deadline meldete auch die Gewerkschaft des Bodenpersonals FNV, dass sie dem Vorschlag von KLM nicht zustimmen können, weil er mit zu großen Gehaltseinbußen verbunden sei. Zuvor hatten sowohl Hoekstra als auch die Tweede Kamer gefordert diese Gruppe von Kürzungen zu verschonen, da sie ohnehin die Berufsgruppe mit dem niedrigsten Gehalt ist. Die erzielte Einigung sieht nun vor, dass die Mitarbeiter etwas von der Gewinnbeteiligung von 2019 erhalten und ein Teil der Mitarbeiter mit der geplanten Lohnerhöhung von 2,5% rechnen kann.

Mit diesen Vereinbarungen scheint die KLM die Anforderungen Hoekstras zu erfüllen und kann somit mit einer weiteren Beteiligung an einem Hilfspaket von insgesamt 3,6 Milliarden Euro rechnen. Ob diese das Überleben der Airline langfristig sichert ist allerdings nach wie vor fraglich. Der Winterflugplan der KLM sieht aktuell nur 50 bis 60 Prozent der Flüge im Vergleich zum Vorjahr vor. Allerdings hat der internationale Luftfahrtverband IATA inzwischen seine vorsichtig optimistische Prognose für das Spätjahr inzwischen revidiert.