WIRTSCHAFT: Studie Rabobank: Häuser werden in den nächsten beiden Jahren billiger

Den Haag, SW/NOS/VK, 09. September 2020

Der niederländische Immobilienmarkt wird 2021 und 2022 einen leichten Einbruch seiner Preisentwicklung hinnehmen müssen, besagt eine Studie der Rabobank. Dies könnte vor allem jüngeren Interessenten zugutekommen, die auf der Suche nach erstem Eigentum sind oder die die Wohnungsnot in größeren Städten betrifft.

Die Coronakrise wird wohl auch nicht spurlos am Handel mit Grundstücken und Gebäuden vorbeigehen. Laut des Berichts der Rabobank, der sich auf öffentliche Zahlen des niederländischen Staates stützt, wird sich durch Firmenbankrotte und die steigende Arbeitslosigkeit die Nachfrage verringern – womit die Häuserpreise im nächsten Jahr um durchschnittlich 0,8 Prozent und 2022 um 2,6 Prozent sinken sollen. Erst am Ende dieses Jahres werde sich der Markt wieder langsam erholen.

Zurzeit laufe der Wohnungsmarkt jedoch noch „auf vollen Touren“. Es sei „noch kein Corona-Effekt in den Häuser- und Verkaufszahlen zu sehen.“ Bis einschließlich Juli waren Immobilien durchschnittlich 7,1 Prozent teurer als im letzten Jahr – unter anderem, weil in den ersten sieben Monaten auch 7 Prozent mehr Anwesen erworben wurden. Die bisher eher paradox zur Gesamtwirtschaft anmutende Situation könnte etwas mit der Corona-Unterstützung der Regierung in den Niederlanden zu tun haben. „Diese offenbart sich bis heute als ziemlich effektiv in der Bekämpfung eines starken Anstiegs der Arbeitslosigkeit in der Gruppe potenzieller Häuserkäufer“, heißt es in dem Bericht der Bank.

Trotzdem werde auf kurz oder lang die konjunkturelle Lage Auswirkungen auf den Sektor haben. Schuld daran seien auch Immobilieninvestoren und Personen, die nach einem Verkauf normalerweise direkt wieder einen Kauf tätigten. Durch das Fernbleiben von Touristen oder internationalen Studenten und Fachkräften sei die Investition in Appartements unattraktiver geworden. Man erwartet, dass dadurch die Verkaufszahlen 2021 von 220.000 auf 190.000 sinken werden. Besonders in Studentenstädten könnte sich dadurch die Möglichkeit für Gruppen mit geringeren finanziellen Mitteln erhöhen, günstiger an ein neues Zuhause zu gelangen.

Ursprünglich hatte die Rabobank noch im Februar, ohne Einbezug der Corona-Pandemie, ein Anstieg der Preise von 5,5 Prozent für dieses und von 2,5 Prozent für nächstes Jahr prognostiziert.