GESUNDHEIT: Studie: Patienten mit Nierenproblemen haben häufiger Komplikationen bei Corona-Infektion

Den Haag, TA/NOS/Rijksoverheid, 11. August 2020

Personen mit Nierenproblemen haben laut einer Studie häufiger Komplikationen und eine höhere Sterblichkeit, wenn sie sich mit dem Covid-19-Virus infizieren und wurden zu Beginn der Pandemie häufiger nicht auf Intensivstationen aufgenommen.

Die genannte Studie wurde von den niederländischen Krankenhäusern Groningen, Nijmegen und Amsterdam durchgeführt und wurde teilweise von der Nierstichting (detusch "Nierenstiftung") finanziert. Bereits im März beschlossen die Krankenhäuser, Informationen und Daten aus ganz Europa zu sammeln und auszuwerten. Mittlerweile sind 200 Ärzte und rund 120 Krankenhäuser aus 28 Ländern beteiligt.

Die Resultate lassen erkennen, dass die Sterblichkeit von Dialyse- oder Transplantationspatienten etwas höher ist als bei Personen mit anderen Vorerkrankungen, wie etwa Herz- oder Lungenproblemen.

Ron Gansevoort vom UMC Groningen sagte im NOS Radio 1 Journaal, dass zu Beginn der Pandemie vor allem Patienten mit Nierenproblemen nicht auf Intensivstationen aufgenommen wurden, da die zuständigen Ärzte anscheinend dachten, dass diese Patienten die Infektion nicht überleben würden. Es sei jedoch wichtig, solche Abwägungen aufgrund von Daten und Fakten zu treffen. Hier können die Ergebnisse der Studie also einen wichtigen Beitrag leisten. So mache es bei Patienten mit Nierenpatienten keinen Unterschied, welches Geschlecht sie haben oder ob sie an Diabetes oder hohem Blutdruck leiden.

Die Zahl der Coronainfektionen steigt in den Niederlanden auch weiterhin an. Der sogenannte R-Wert, also der Reproduktionswert, liegt wie auch eine Woche zuvor über 1. Laut Angaben der niederländischen Regierung sind gestern 3,6 Personen pro 100.000 Einwohner positiv getestet worden. Das Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu (deutsch "Staatliches Institut für Volksgesundheit und Umwelt") berechnete, dass momentan rund 16.419 Personen in den Niederlanden ansteckend sind und das Coronavirus verbreiten können. Dieser Wert weist jedoch eine gewisse Marge auf, liegt damit aber deutlich höher als die bestätigten Infektionen.