GESUNDHEIT: Coronazahlen in den Niederlanden steigen deutlich

Den Haag, TA/NOS/VK/NRC, 05. August 2020

Die Zahl der Coronainfektionen hat sich in den Niederlanden im vergleich zur Vorwoche fast verdoppelt. Vor allem die Städte Amsterdam und Rotterdam zählen zu den Hotspots der Pandemie.

Die Tageszeitung NRC Handelsblad nennt die Coronazahlen „alarmierend“. 2.588 Fälle kamen neu hinzu. Mittlerweile gibt es in den Niederlanden 242 sogenannte Cluster oder Hotspots. Dabei handelt es sich um mindestens drei Coronafälle, die nachweislich miteinander in Verbindung stehen. In der vergangenen Woche waren es erst 133 solcher Cluster.

Dabei sind vor allem die dichtbesiedelten Städte Amsterdam und Rotterdam Brandherde der Coronapandemie. In Rotterdam wurden in den letzten zwei Wochen fast 800 neue Fälle entdeckt. Dort hat sich die Fallzahl seit Anfang Juni fast wöchentlich verdoppelt, so das NRC Handelsblad. In Amsterdam gab es 576 neue Fälle.

Es ist aufgrund des schnellen Anstiegs der Coronafälle nicht verwunderlich, dass auch die coronabedingten Aufnahmen in Krankenhäuser wieder deutlich steigen. Nachdem dieser Wert lange Zeit relativ stabil geblieben ist, wurden diese Woche bereits 44 Patienten eingeliefert. Damit liegt die Zahl der Neuaufnahmen noch deutlich unter dem kritischen Wert von 120 Patienten innerhalb von drei Tagen. Da es jedoch bis zu zwei Wochen dauern kann, bis sich Symptome einer Infektion zeigen, wird die Menge der Patienten vermutlich noch deutlich steigen.

Auffallend ist auch, dass das Virus oft bei jungen Menschen im Alter von 20-30 Jahren nachgewiesen wurde. Ein Viertel aller entdeckten Fälle geht mittlerweile auf diese Altersgruppe zurück. Da bald das Wintersemester an niederländischen Universitäten beginnen wird, sprach Ahmed Aboutaleb (PvdA), der Bürgermeister Rotterdams, in der vergangenen Woche mit den Vorsitzenden von Studierendenvereinigungen, um sie auf ihre Verantwortung hinzuweisen.

Es ist aufgrund der steigenden Zahlen also nicht verwunderlich, dass sich die Gemeinden Rotterdam und Amsterdam für eine Maskenpflicht in bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens entschieden haben. Premierminister Mark Rutte (VVD) und Gesundheitsminister Hugo de Jonge (CDA) kündigten nun auf einer Pressekonferenz an, dass man eindeutig noch mehr lokale Maßnahmen bräuchte, um eine zweite Welle so klein wie möglich zu halten. Wie diese jedoch aussehen werden, ist noch nicht bekannt.