WIRTSCHAFT: Preise in den Niederlanden stiegen im Juni

Den Haag, TA/NOS/NRC, 07. Juli 2020

In den Niederlanden ist die Inflation im Monat Juni um 1,6 Prozent gestiegen. Grund hierfür waren vor allem höhere Benzinpreise und die gestiegenen Steuern auf Tabak, die am 01. April in Kraft traten. Gerade im Vergleich zu anderen europäischen Landen ist diese Steigung jedoch sehr hoch.

Die Coronakrise ist einer der Faktoren für die steigende Inflation. Während die Benzinpreise zu Beginn der Krise aufgrund der fehlenden Nachfrage von Kraftstoff fielen, stiegen sie nun wieder deutlich an, nachdem immer mehr Menschen regelmäßig ihr Auto benutzen. Das zeigen Zahlen des Statistikamtes CBS.

Zwar stieg die Inflation auch in anderen europäischen Ländern, jedoch war die Steigung in den Niederlanden auffallend hoch. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex verzeichnete eine durchschnittliche Steigung um 0,3 Prozent und in Belgien und Deutschland stiegen die Preise um 0,2 bzw. 0,8 Prozent an. Das legt nahe, dass die niederländische Steuererhöhung ein wichtiger Faktor für diese Entwicklung ist. In Deutschland wurde die Mehrwertsteuer beispielsweise sogar zeitlich gesenkt, um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen.

Laut der niederländischen Tageszeitung NRC Handelsblad hat die Inflation unter anderem Folgen für Sparzinsen, die in den letzten Jahren bei den meisten Banken gegen null liefen. Die Europäische Zentralbank habe das Ziel, die Inflation auf einen Wert um die 2 Prozent zu halten. Wenn dieses Ziel erreicht ist, würden dann auch die Sparzinsen wieder steigen. Durch den aktuellen Anstieg der Inflation sei dieses Ziel jedoch wieder in die Ferne gerückt.

Die Berechnung der Inflation unterschied sich in Coronazeiten deutlich vom üblichen, analogen Verfahren, bei dem das CBS einfach in Läden ging und Preise ablas. Nun geschahen die Berechnungen vor allem auf Basis von elektronischen Daten.