GESUNDHEIT: Tabakwaren im Supermarkt ab sofort verdeckt– Beschränkungen für E-Zigaretten

Den Haag, SW/NOS/Rijksoverheid/Trouw, 01. Juli 2020

Die niederländische Regierung treibt ihren Präventionsplan für eine „Rauchfreie Generation 2040“ weiter voran. Mit dem heutigen 1. Juli dürfen Zigaretten- und Tabakpackungen nicht mehr sichtbar in Supermärkten platziert werden. Darüber hinaus gelten von nun an die gewöhnlichen Rauchverbote an öffentlichen Plätzen auch für den Genuss von E-Zigaretten.


Rauchwaren in Supermärkten müssen zukünftig hinter Türen oder Vorhängen versteckt sein und dürfen lediglich dann ausgehändigt werden, wenn der Kunde nach ihnen fragt. Dabei sind die Vorgaben penibel und die Strafen empfindlich. Entsprechende Regale sind nach dem Öffnen umgehend wieder zu schließen und dürfen nicht vor den Augen eines Kunden aufgefüllt werden. Bei Verstoß drohen Bußgelder zwischen 450 und 4500 Euro.


Eigentlich sollte die neue Regel schon im Januar dieses Jahres eingeführt werden, doch aufgrund Verzögerungen im zuständigen Ministerium ließ sie bis zuletzt auf sich warten. Nichtsdestotrotz hätten viele Supermärkte, wie die Ladenkette Jumbo, ohnehin bereits ihre Auslage gemäß der Verordnung verändert, teilt das Ministerium mit. Trotz diverser Umbauten an Serviceschaltern geben auch andere Lebensmittelmärkte, wie das größte niederländische Unternehmen des Sektors, Albert Heijn, an, auf die Änderungen vorbereitet zu sein.


Das neue Verbot stellt einen Bestandteil der staatlichen Maßnahmen dar, um den Alkohol- und Tabakkonsum der Bevölkerung und insbesondere der Jugend zu mindern und deren Ernährungsmuster zu verbessern. Ab 2021 müssen andere Geschäfte nachziehen und ihre Rauchwaren verhüllen. Unterdessen soll unter anderem der Preis für Zigarettenschachteln bis 2023 auf 10 Euro steigen (momentan ca. 7 Euro), während das Rauchen auf Schulgeländen oder in Raucherräumen von staatlichen Einrichtungen und bei Betrieben bis spätestens 2022 untersagt wird. Ab Oktober gehört zudem selbst der Tabakkonsum in ausgewählten Bereichen an Bahnhöfen der Vergangenheit an.


Neben dem Auslageverbot treten ab dem heutigen Mittwoch noch weitere Veränderungen ein, davon eine visuelle: Die Schockbilder auf Tabakwaren bleiben zwar erhalten, neu ist jedoch die dunkelgrün-braune Farbe, die ihr Hintergrund ziert. Darüber hinaus ist es den Benutzern von E-Zigaretten nicht mehr erlaubt, an Orten zu rauchen, an denen die konventionelle Form ebenfalls untersagt ist. Hierzu zählen unter anderem Cafes, Restaurants und öffentliche Gebäude. Dies findet zum einen seine Begründung im Jugendschutz, da die elektronische Variante ein schlechtes Vorbild sei, so Gesundheits-Staatssekretär Paul Blokhuis. Zum anderen füge der tabakfreie Konsum, neuesten Erkenntnissen nach, ebenfalls erheblichen Gesundheitsschaden zu.