WIRTSCHAFT: Niederländischer Drogenhandel per Post steigt

Den Haag, TA/NRC/NOS, 30. Juni 2020

Der internationale Handel mit harten Drogen aus den Niederlanden steigt und führt dadurch zu einem negativen Image im Ausland. Rund 9.000 Pakete verschickten niederländische Dealer laut Angaben der Polizei monatlich in andere Länder. In einigen Staaten werden Sendungen aus den Niederlanden daher bereits gesondert untersucht.

Mittlerweile erhielten die Niederlande laut eigenen Angaben Beschwerden von Beamten aus Deutschland, Frankreich, Österreich, dem Baltikum, dem Vereinigten Königreich und den USA über die Flut von Sendungen, von der sie „überschwemmt“ würden. Dabei variieren die Art und der Umfang der Sendungen. Teilweise handele es sich um einfache Briefumschläge, die ein paar Gramm Koks enthalten. Manchmal werden aber auch ganze Pakete mit bis zu 25 Kilogramm Extasypillen verschickt. Das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten betrachten Postsendungen aus den Niederlanden mittlerweile besonders kritisch und kontrollieren sie intensiver. Das führt dazu, dass Empfänger ihre Sendungen mit einer deutlichen Verspätung erhalten. Der niederländische Polizeichef fürchtet, dass diese beiden Staaten sogar einen Bann auf niederländische Post verhängen könnten.

Viele der Dealer seien sich laut der Tageszeitung NRC Handelsblad nicht bewusst, dass sie durch das Versenden von Drogenpäckchen zu internationalen Drogenhändlern würden, die mit schweren Strafen zu rechnen hätten. Die Polizei der Niederlande spricht sich für eine Registrierungspflicht von Postsendungen ins Ausland aus, um die Anzahl illegaler Sendungen zu reduzieren. Auch müsse es einfacher werden, die Pakete auf Inhalt zu kontrollieren. Bisher dauere es ungefähr eine Woche, um die nötige Zustimmung hierfür zu bekommen.

Durch zusätzliche Hindernisse und ausgeweiteten Befugnissen könnte die Arbeit der Drogenhändler deutlich erschwert werden. Ganz eindämmen lässt sie sich dadurch aber wohl nicht, denn mittlerweile werden Pakete auch bewusst aus Deutschland oder Belgien abgeschickt, da dies unauffälliger sei.