GESELLSCHAFT: Boa’s demonstrieren nach Zwischenfall in IJmuiden

Den Haag/IJmuiden, TA/NRC/NOS, 26. Mai 2020

Am vergangenen Donnerstag kam es in der niederländischen Stadt IJmuiden zur Gewalt gegen einen sogenannten buitengewoon opsporingsambtenaar (boa), der als Folge der Misshandlung im Krankenhaus aufgenommen werden musste. Am heutigen Dienstag und am 1. Juni werden boa’s in den Niederlanden für mehr Befugnisse und Sicherheit in ihrem Job demonstrieren.

Buitengewone opsporingsambtenaren sind in den Niederlanden vereidigte Amtsträger, deren Aufgabe die Fahndung bestimmter Verstöße ist. Dazu zählt beispielsweise die Überwachung des ruhenden Verkehrs oder die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung im Dienst einer Gemeinde. Damit übernehmen sie unter anderem Aufgaben, die in Deutschland vom Ordnungsamt oder von der Polizei erledigt werden.

Am vergangenen Donnerstag kam es am Strand der Stadt IJmuiden zu einem Zwischenfall, bei dem ein boa am Kopf verletzt wurde und im Krankenhaus behandelt werden musste. Laut Angaben der NOS hatten die Beamten eine Gruppe von Jugendlichen angesprochen, die verbotenerweise von einem Pier ins Meer springen wollten. Nachdem ein Jugendlicher sich nicht ausweisen konnte und daher von den boa’s in Gewahrsam genommen werden sollte, wurden die Beamten bespuckt und geschlagen. Die alarmierte Polizei nahm zwei Verdächtige fest, die mittlerweile wieder freigelassen wurden. Die genaue Rolle dieser zwei Personen wird noch untersucht.

Als Reaktion auf den Zwischenfall flammte wieder eine Diskussion um bessere Ausstattung der boa’s auf. So wurde beispielsweise gefordert, dass sie mit Pfefferspray und Schlagstöcken ausgestattet werden, um sich in gefährlichen Situationen verteidigen zu können. Das zuständige Ministerium für Sicherheit und Justiz ist jedoch der Meinung, dass ein solches „Gewaltmonopol“ der Polizei vorbehalten sein sollte. Auch der Bürgermeister Rotterdams, Ahmed Aboutaleb (PvdA), spricht sich gegen solche Maßnahmen aus und fürchtet, dass Schlagstöcke zusätzliche Gewalt provozieren könnten. Andere Bürgermeister stehen einer Bewaffnung von boa’s jedoch aufgeschlossen gegenüber.

Minister Grapperhaus (Sicherheit und Justiz, CDA) spricht sich dafür aus, dass mehr boa’s mit sogenannten Bodycams ausgestattet werden, die eine abschreckende und deeskalierende Wirkung haben sollen. Außerdem fordert er eine Art Notknopf, mit dem unmittelbar Kontakt zur Polizei hergestellt werden kann.