POLITIK: Rechtsextreme Aussagen bei Jugendverband des FvD

Den Haag, SW/NOC/NRC/VK, 30. April 2020

Der Jugendverband des Forum voor Democratie (FvD) macht mit rechtsextremistischen Aussagen auf sich aufmerksam. Das niederländische Magazin HP/De Tijd legt Beweise vor, nach denen aktive Mitglieder der Organisation Nachrichten verschickt haben sollen, die unter anderem faschistische und antisemitische Äußerungen beinhalten.

Die Informationen erlangte das Meinungsblatt durch einen anonymen Brief von beunruhigten FvD-Mitgliedern an den Parteivorstand, der der Redaktion auch vorliegt. Darin schreiben die Verfasser, dass sie sich Sorgen um die Jugendabteilung machen würden, während sie belegende Screenshots hinzufügen. „Es geht um Äußerungen, die autoritären, faschistischen und/oder nationalen Denkbildern, inklusive Antisemitismus, Homophobie und rassistischem Imperialismus gleichkommen.“

Diese Auslassungen, die teils von leitenden Personen der Jugendorganisation stammen sollen, seien vor allem in inoffiziellen Gruppen aufgefunden worden, so die Autoren weiter. In einer Nachricht solle beispielsweise, so HP/De Tijd, stehen, dass der Nationalsozialismus „aus dem ärmlichsten Land Europas in ein paar Jahren das reichste Land Europas gemacht habe“. „Beste ökonomische Formel jemals“, sei dem hinzugefügt gewesen sein. Ein anderer Inhalt sei gewesen: „Ich würde buchstäblich jeder Ideologie anhängen, die die NL wieder 95 % weiß mit 0 % Muslimen macht.“

Vizevorsitzender der Partei, Lennart van der Linden, nannte die Zitate abscheulich, schränkte allerdings auch ein, „keine Gedankenpolizei für Dinge sein zu wollen, die Menschen privat machen.“ Nichtsdestotrotz sei einer der Jugendlichen, der eine formelle Rolle innerhalb der Jugendpartei innehatte, von seiner Funktion entbunden worden. Unter anderem dem Zentrum „Information und Dokumentation Israel“ reichte die Stellungnahme van der Lindens nicht aus. Es war der Meinung, dass er die Aussagen bagatellisiert habe. „Natürlich sind die die Nachrichten lächerlich und schändlich“, gab das FvD im Anschluss deutlicher zu verstehen. „Extremismus, Verherrlichung von Gewalt, Antisemitismus und Rassismus“ seien unerwünscht und man prüfe Konsequenzen, wie Parteiausschlüsse.

Frederik Jansen, Vorsitzender des Jugenverbandes, war in der Vergangenheit bereits mit kontroversen Aussagen aufgefallen. Auch der Jargon des bekannten Parteileiters Thierry Baudet ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen und wird zuweilen als rechtsextremistisch eingestuft.

Mehr über die Partei ist auch in folgendem Dossier unserer Seite zu finden: Forum voor Democratie