GESELLSCHAFT: Polizei erteilt 1800 Bußgelder am Osterwochenende

Den Haag, TA/NRC/VK/NOS, 14. April 2020

Wie auch in Deutschland ist die Bevölkerung in den Niederlanden aufgerufen worden, am vergangenen Osterwochenende so viel wie möglich zuhause zu bleiben. Laut offiziellen Angaben hielten sich viele Bürger auch daran, lediglich jüngeren Niederländern sei das Einhalten des Mindestabstandes schwieriger gefallen.

Die Niederländer waren auch über Ostern aufgerufen, ihre Häuser oder Wohnungen so wenig wie möglich zu verlassen, um die Ausbreitung des Covid-19-Virus‘ bestmöglich zu verlangsamen. Daher sollten sie auch zu Ostern nicht zu Möbelgeschäften, Gartenzentren oder Baumärkten fahren, wo es traditionellerweise am Ostermontag sehr voll ist, so die NOS. Daran hielten sich nach Aussage von Bruls, Vorsitzender des Dachverbandes der niederländischen veiligheidsregio’s, auch die meisten Menschen. Bei den sogenannten veiligheidsregio’s (deutsch „Sicherheitsbereiche“) handelt es sich um administrative Einheiten in den Niederlanden, in denen Feuerwehr, Katastrophenschutz, Polizei und Notärzte zusammenarbeiten.

Manche Baumärkte beispielsweise wurden aber dennoch von vielen Menschen besucht, allerdings hielten sich die Niederländer hier an den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zueinander.

Da man lediglich für Einkäufe beim Supermarkt oder für einen Spaziergang vor die Tür gehen sollte, blieb größtenteils auch das Gedränge auf niederländischen Tulpenfeldern aus, zu denen normalerweise viele Personen kommen, um Fotos zu machen. Laut der Tageszeitung NRC Handelsblad seien manche Felder auf Initiative von Bewohnern oder Besitzern durch weiß-rote Flatterbänder abgesperrt worden, damit es keinen Ansturm auf die Fotokulisse geben wird.

Auch die niederländische Polizei bestätigte die positive Einschätzung Bruls‘ und gab an, dass sie am Osterwochenende nirgendwo großflächig eingreifen musste. Lediglich in Ausnamefällen musste sie Bußgelder verhängen, da sich Jugendliche oder Studenten nicht an den Mindestabstand gehalten hätten. Das Argument, dass es sich bei vielen Gruppen von Studierenden um Wohngemeinschaften und dementsprechend um einen Haushalt gehandelt habe, hätte laut dem NRC Handelsblad bei den Polizeibeamten kein Gehör gefunden. Rund 1800 Bußgelder sind so verhängt worden.

Auch Natur- oder Landschaftsschutzorganisationen bestätigten, dass es in Wäldern oder an Seen in den Niederlanden am vergangenen Wochenende auffallend ruhig gewesen ist. Auch ihre Aussagen stimmten mit den Beobachtungen der Polizei überein, dass vor allem jüngeren Menschen das Einhalten des Mindestabstandes schwieriger gefallen sei.

Auch Deutsche hielten sich scheinbar überwiegend an den Aufruf der deutschen und niederländischen Regierung, über Ostern keine nicht-notwendigen Ferienreisen zu unternehmen. In den vergangenen Tagen seien wenig Touristen in den Niederlanden gewesen, so die NOS. Sowohl auf deutscher als auch auf niederländischer Seite fanden stichprobenartige Grenzkontrollen statt. Dabei wurde geprüft, ob zu viele Passagiere im Auto saßen. Auch wurden im Zuge der Kontrollen diverse Drogendelikte aufgedeckt.