GESUNDHEIT: König Willem-Alexander spricht über die Corona-Krise

Den Haag, TA/NOS, 24. März 2020

Nachdem sich Mark Rutte vergangene Woche in einer Ansprache an das niederländische Volk gewendet hatte, sprach nun auch der niederländische König Willem-Alexander über die derzeitige Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf die niederländische Gesellschaft. Neben dem dringenden Rat, der Anweisung von Experten zu folgen, appellierte er auch an den Zusammenhalt der Menschen untereinander, um diese Krise zu überstehen.

Laut der NOS ist eine solche Ansprache des Königs eine Seltenheit, da er sich nicht oft direkt an das Volk wende. Das letzte Mal hielt Willem-Alexander im Zusammenhang mit dem MH17-Unglück im Jahr 2014 eine Ansprache. Auch seine Mutter, die jetzige Prinzessin und ehemalige Königin Beatrix, war nicht dafür bekannt, häufig Ansprachen zu halten. Abgesehen von ihrer Abdankungsrede sprach sie nur ein einziges Mal auf diese Art und Weise in einer Ansprache direkt zum Volk: Nach dem Anschlag auf die Königsfamilie beim Koniginnendag in Apeldoorn 2009.

Willem-Alexander sprach in seiner Rede davon, dass sich das Leben der Niederländer innerhalb weniger Wochen drastisch verändert habe. Er betitelte die Maßnahmen zur Reduzierung von Neuinfektionen als tiefgreifend und notwendig. Es sei betrüblich, dass Angehörige ihre Familienmitglieder beispielsweise nicht in Krankenhäusern besuchen können, jedoch sei es notwendig, dass man sich an die Empfehlungen von Sachverständigen und Experten halte. Ihr einziges Ziel in dieser Zeit sei es, dass die Niederlande diese Krise so gut wie möglich überstehen können.

Auch die Zukunftsangst vieler Menschen in Bezug auf ihre Arbeit wurde von Willem-Alexander angesprochen. So fürchten viele Selbstständige um ihren Lebensunterhalt, den sie sich in mühsamer Arbeit über Jahre aufgebaut hatten. Er äußerte auch Bedauern darüber, dass viele Veranstaltungen im kulturellen Sektor, die lange Zeit sorgfältig geplant wurden, nicht stattfinden können.

Er bedankte sich auch bei jenen Menschen, ohne deren Einsatz die Gesellschaft komplett zum Erliegen kommen würde, wie etwa Supermarktmitarbeiter, Zulieferer oder Polizisten. Durch die Pandemie hat sich gezeigt, wie unverzichtbar sie für die Niederlande seien.

Allerdings sprach er nicht nur über die aus der Pandemie entstehenden Probleme, sondern sagte auch, er sei stolz darauf, dass sich beispielsweise viele ehemalige Personen aus dem Pflegesektor gemeldet hatten, um einzuspringen und Krankenhäuser zu entlasten. Auch den bestehenden gesellschaftlichen Zusammenhalt lobte der König. Menschen würden aufeinander achten, sich gegenseitig helfen und unterstützen. Man könne zwar das Corona-Virus nicht stoppen, das „Einsamkeitsvirus“ jedoch schon. Die Niederländer sollten dafür sorgen, dass sich niemand im Stich gelassen fühle.

Mit Aufmerksamkeit, Solidarität und Wärme können die Niederlande, so schloss der König seine Ansprache, diese Krise bewältigen. Das Gefühl des Zusammenhalts und des Stolzes werde die Niederländer auch in solchen schwierigen Zeiten miteinander verbinden.