TOURISMUS: Airbnb präsentiert Verbesserungen für Anwohner und nähert sich der Politik an

Amsterdam, SW/NOS/NRC/VK/Trouw, 04. März 2020

Die Internetplattform Airbnb reagiert auf die anhaltende Kritik aus Politik und Gesellschaft und leitet ab diesem Monat Maßnahmen ein, um negative Folgen der Buchung und Vermietung von Unterkünften in niederländischen Gemeinden einzudämmen.


Laut dem NRC Handelsblad hat das amerikanische Unternehmen in einem Brief an die Ministerin für Umwelt und Wohnen verlautbart, Anzeigen, die keine vorgeschriebene Registrierungsnummer von der Gemeinde beinhalten, in Zukunft ohne weiteres zu löschen. Weiter sollen mehr Daten mit den Gemeinden geteilt werden. Dies kann als Reaktion auf das sich in der Ausarbeitung befindliche Gesetz zur Regulierung der Wohnraumvermietung über Internetplattformen eingestuft werden, welches in einigen Monaten eingeführt werden soll. Damit können Vermieter verpflichtet werden, ihre Wohnung bei der Gemeinde registrieren zu lassen und somit die entsprechende Adresse anzugeben. Darüber hinaus urteilte vor kurzem der Raad van State als oberstes Verwaltungsgericht in den Niederlanden, dass eine Zimmer- und Wohnungsvermietung grundsätzlich verboten sei, solange keine ausdrückliche Erlaubnis der Gemeinde dafür vorliege.


Amsterdam, aber auch andere niederländische Städte haben seit einigen Jahren mit den Folgen der periodischen Bereitstellung von Wohnraum gegen Entgelt zu kämpfen. Ungefähr 80 Prozent der Amsterdamer geben an, sich durch den Airbnb-Tourismus gestört zu fühlen und beklagen immer wieder Belästigungen in ihrem Alltag, beispielsweise durch feiernde Touristen. Daneben tritt auch das Problem auf, dass einige Anbieter die Wohnungen, entgegen der Regeln, dauerhaft vermieten und somit den ohnehin begrenzten Wohnraum zusätzlich einschränken.


Eingehend auf die Beschwerden der Bewohner führt Airbnb nun weitere Regelungen ein. Darunter fällt eine telefonische Hotline als Kontaktoption, an die Beanstandungen gerichtet werden können, die dann an die Mieter weitergeleitet werden. Weiter misst die Firma in den nächsten drei Monaten die Geräuschbelastung an verschiedenen Airbnb-Adressen, um die Überbelastung in viel frequentierten Bereichen zu vermindern.


Die Nutzer der Internetseite bekommen sechs Monate Zeit, um ihre Anzeige mit der erforderlichen Registrierungsnummer zu versehen. Was allerdings nicht auf den ersten Blick deutlich wird: die Plattform will nur darauf achten, ob eine besagte Nummer eingeführt wurde, nicht aber deren Ausstellung durch die Gemeinde überprüfen. So können noch immer Anzeigen mit ausgedachten Zahlenfolgen illegal erscheinen. Airbnb wolle in den kommenden Monaten besprechen, wie man dies lösen könne. Die Meinung ist aber deutlich: „Menschen, die nicht registriert sind, wollen wir auf unserer Plattform nicht“.


Das kalifornische Riesenunternehmen ruft andere Buchungsplattformen dazu auf, der Idee durch vergleichbare Aktionen zu folgen. Die Stadt Amsterdam ließ in einer Reaktion wissen, dass man froh sei, dass Airbnb „endlich erkennt, dass es Überbelastung verursacht“. Nichtsdestotrotz sei man nicht vollends zufrieden. Dass die Firma, deren Größe sich in den letzten 5 Jahren in der Hauptstadt vervierfacht hat, nur freiwillig handle, mache die Behörden von ihr abhängig. Amsterdam bevorzugt weiterhin die Möglichkeit, selbst die Entscheidungsgewalt inne zu haben und Bußgelder ausstellen zu dürfen. Dies könnte mit der Einführung des neuen Gesetzes in die Wirklichkeit umgesetzt werden.