TOURISMUS: Waterland heißt jetzt Amsterdam Wetlands

Amsterdam, TA/NRC/iamsterdam.com, 11. Februar 2020

Der Name „Amsterdam“ ist in der Tourismusbranche mittlerweile schon fast zu einer Marke geworden, die viele ausländische Touristen anzieht. Daher werden auch immer mehr Sehenswürdigkeiten rund um die niederländische Hauptstadt mit einem Namenszusatz versehen. Und das sogar, wenn sie sich kilometerweit weg befinden. Nun hat die Stadt Amsterdam sogar ein eigenes Feuchtgebiet bekommen: Die Region Waterland wird nun als "Amsterdam Wetlands" beworben.

Waterland ist ein rund 12.000 ha großes Gebiet in der Provinz Nord-Holland und befindet sich zwischen Amsterdam und Alkmaar. Dieses Gebiet besteht vor allem aus sogenannten Moorweide- oder Moorwiesengebieten, einem Landschaftstyp, der sicherlich dem Klischeebild der Niederlande entspricht: Grüne, von Wasserläufen, Gräben und kleinen Seen durchzogene Wiesen.

Die Umbenennung von Waterland durch das Stadtmarketing Amsterdams ist Teil der seit einigen Jahren bestehenden Strategie der niederländischen Hauptstadt. Durch die Änderungen im Tourismussektor sollen mehr Besucher zu den Sehenswürdigkeiten außerhalb der Amsterdamer Stadtgrenzen gezogen werden, deren Existenz von vielen Touristen sonst gar nicht wahrgenommen werden würde. Touristen können also einen Tagesausflug aus Amsterdam heraus unternehmen und beispielsweise das "Amsterdam Castle Muiderslot“, den "Amsterdam Beach" (Zandvoort) oder das "Amsterdam New Land“ (die Städte Almere und Lelystad) besuchen.

Durch die Umbenennung wird Besuchern suggeriert, dass sich die genannten Orte nahe der Stadt Amsterdam befinden. Dadurch soll sich der Besucherstrom an diesen Sehenswürdigkeiten erhöhen, wodurch sich gleichzeitig die Zahl der Touristen in Amsterdam selbst ein wenig senken lässt. Tatsächlich sollen laut der Tageszeitung NRC Handelsblad schon Airbnbs in den Dörfern der Amsterdam Wetlands angeboten werden.

Allerdings gibt es neben dem Tourismus noch einen weiteren Grund für die Umbenennung von Waterland. Kabinett und Provinz wollen 9 Millionen Euro in den Erhalt des Gebietes investieren, die unter anderem Radwegen zugutekommen. Gleichzeitig soll auch der Moorboden vor Verdichtung oder Absenkung bewahrt werden. Das wiederum schützt Zugvögel, die Waterland als Ruheplatz aufsuchen.

Nichtsdestotrotz gibt es natürlich auch Kritik bezüglich der Umbenennung vieler niederländischer Sehenswürdigkeiten auf den Tourismuskanälen. So spreche sich die Stadt Amsterdam durch die englischen Bezeichnungen ihre eigene, niederländische Identität ab, so Nicoline van der Sijs vom Institut für Niederländische Sprache. Als Tourist wolle man schließlich die Kultur und Sprache des besuchten Landes kennenlernen und begegnen.

Der Tourismus ist in den letzten Jahren ein immer wichtigerer Wirtschaftszweig für die Niederlande geworden. Allerdings ist der Andrang in manchen Städten oder Gebieten – wie beispielsweise Amsterdam – so groß geworden, dass viele Bewohner sich gestört fühlen. Das Umlenken der Tourismusströme ist ein Versuch, diese Gebiete zu entlasten.