KULTUR: Maxim Februari gewinnt den P.C. Hooftprijs 2020

Den Haag, TA/NRC/VK/VPRO/pchooftprijs.nl, 17. Dezember 2019

Der Niederländer Maxim Februari erhält in diesem Jahr den P.C. Hooftprijs 2020 – den wichtigsten niederländischen Literaturpreis. Februari, der auch als Kolumnist bei der Tageszeitung NRC Handelsblad arbeitet, entwerfe durch seinen Stil einen „effektiven Damm gegen Eindeutigkeit, Bestimmtheit und unbeirrbare Richtigkeit“, so die Begründung der Jury.

Der P.C. Hooftprijs wird abwechselnd für Prosa, Essayistik und Poesie vergeben und gilt als der wichtigste Oeuvrepreis für Literatur in den Niederlanden. Überreicht wird er am Geburtstag seines Namensgebers Pieter Corneliszoon Hooft am 21. Mai. 2019 gewann die Schriftstellerin Marga Minco den Preis für ihr Prosawerk. In diesem Jahr wurde der Preis dann – wie zuletzt 2017 – für beschouwend proza (non-fiction/Sachtexte) verliehen. Obwohl der Philosoph und Kunsthistoriker Februari auch mehrere Bücher veröffentlichte, ist er vor allem durch seine Zeitungsartikel und –Kolumnen bekannt, in denen er sich zurzeit vor allem dem Einfluss von Technologie auf die Gesellschaft widmet. Februari hat auf diesem Gebiet große Expertise, da er bereits vor rund 20 Jahren eine Doktorarbeit zu diesem Thema verfasste.

Die Jury des Preises, Marian Donner, Odile Heynders, Lotte Jensen, Jan de Roder und Stephan Sanders, preist Februari vor allem wegen seines Stils, der sich durch die Mischung aus Klarheit und notwendiger Doppeldeutigkeit auszeichnet. Darüber hinaus sei auch (Selbst-)Ironie und Spott zu finden, die jedoch nicht zu Sarkasmus oder Eitelkeit entarten. Februari beschreibt sich selbst noch als „albernen Beitragsschreiber“, gilt jedoch allgemein als einflussreicher Denker in den Fachgebieten, über die er seine Artikel verfasst. Laut der Tageszeitung NRC Handelsblad ist der Gedanken, dass der Mensch nicht auf eine einzige Kategorie zu reduzieren sei, ein zentrales Motiv in seinem Oeuvre. Am deutlichsten kam diese Haltung in De maakbare man. Notities over transseksualiteit zum Vorschein, in denen Februari über Geschlechtsumwandlungen schreibt und darin teilweise seine eigene Lebensgeschichte verarbeitet. Unter anderem benennt er in diesem Werk auf witzige und zugleich schmerzhafte Weise alle Klischees, mit denen er konfrontiert wird: Von Frauen, die denken, dass man durch Testosteron zu einem lärmenden Macho wird bis hin zu Männern, die einem kumpelhaft einladen, ihre Kettensäge zu begutachten. Allein für dieses Buch habe Februari – so er Bericht der Jury – schon den P.C. Hooftprijs verdient.

Februari sagte in der niederländischen Fernsehsendung Zomergasten über sich selbst, dass er versuche „fröhliche Bücher für komplizierte Menschen“ zu schreiben. Schönheit, sagte er außerdem, sei ein Menschenrecht. Davon sei er überzeugt.