GESELLSCHAFT: Gesetz zum Verbot von Lachgas

Den Haag, TA/NRC/NOS/VK, 10. Dezember 2019

Lachgas wird von vielen niederländischen Jugendlichen auf Partys oder Festivals als Droge konsumiert. Das kann unter anderem zu gesundheitlichen Problemen und Gefährdungen im Straßenverkehr führen. Staatssekretär Paul Blokhuis und Minister Ferdinand Grapperhaus verkündeten daher vor kurzem, dass sie an einem gesetzlichen Verbot von Lachgas in Privatbesitz arbeiten.

Motiviert wird ein solches Verbot vor allem aufgrund von gesundheitlichen Bedenken. Auch wenn das Gas auf den ersten Blick harmlos erscheint, wird es dennoch als gefährlicher als beispielsweise Cannabis oder Ketamin eingeschätzt. So leidet ein Drittel der Konsumenten kurz nach dem Einatmen des Gases an Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit. Nach langfristigem Konsum kann ein Vitamin-B-12-Mangel auftreten, der wiederum zu Blutkrankheit oder Hirnschäden führen kann. Ärzte warnten sogar davor, dass starker Konsum des Gases Lähmungserscheinungen hervorrufen könne. Aufgrund dieser Bedenken will das Kabinett Lachgas auf die sogenannte lijst twee des Betäubungsmittelgesetzes setzen. Hier stehen unter anderem bereits Marihuana oder halluzinogene Pilze. Gleichzeitig müsse die eigentliche Nutzung von Lachgas – beispielsweise als Betäubungsmittel oder in der Nahrungsmittelbranche – durch besondere Ausnahmen weiterhin erlaubt bleiben.

In den Reihen der niederländischen Politik ist nicht jeder von einem solchen Verbot überzeugt. So mache man laut Sophie Hermans von der VVD eine Mücke zum Elefanten. Und auch die D66 steht nicht hinter einem Verbot. Laut eigener Aussage wolle sich die D66 lieber mit „realistischen Herangehensweisen“ befassen, als alles direkt zu verbieten.

Durch ein Verbot darüber hinaus auch die Möglichkeit, dass ein Schwarzmarkt für Lachgas entsteht. Die niederländische Polizei warnte bereits vor Drogenkriminalität auf diesem Gebiet. So seien bereits Lieferanten überfallen und Lachgaspatronen gestohlen worden.

Seit 2016 fällt Lachgas nicht länger unter das Arzneimittel- sondern unter das Lebensmittelgesetz. Seitdem können Lachgaspatronen einfach und legal über das Internet bestellt werden. Vor allem unter Jugendlichen ist der Konsum auf Partys oder Festivals populär geworden. Gemeinden fordern schon seit längerem gesetzliche Regelung zu Lachgas, da Straßen nach Ereignissen wie dem Königstag übersät von den grauen Lachgaspatronen sind. In mehreren Gemeinden gibt es daher bereits temporäre Verbote während solcher Events.