GESELLSCHAFT: Niederländische Lehrer kündigen einen zweitägigen Streik an

Utrecht, EF/VK/NRC/NOS, 25. November 2019

Die unerfüllten Forderungen nach dem letzten Streik niederländischer Lehrerinnen und Lehrer führen nun zu einer größeren Protestaktion. Um die Regierung weiterhin unter Druck zu setzen, kündigte die größte niederländische Lehrergewerkschaft, der Algemene Onderwijsbond (AOb) am Montag an, aufgrund eines weiteren Lehrerstreiks niederländische Grund- und weiterführende Schulen im Januar für zwei Tage zu schließen.

„Nach all den Demonstrationen hat das Kabinett immer noch kein zusätzliches strukturelles Geld für den Bildungssektor bereitgestellt. Jetzt erhöhen wir den Druck und die Handlungsbereitschaft ist enorm“, sagt AOb-Vorsitzende Eugenie Stolk. Bereits am 6. November dieses Jahres berichtete NiederlandeNet über den Streik niederländischer Lehrerinnen und Lehrer, die mehr Geld für den Bildungssektor forderten. Aufgrund finanzieller Engpässe im Budget des Bildungssektors sei die Arbeitsbelastung durch einen großen Lehrermangel enorm. Darüber hinaus komme es zu vielen Unterrichtsausfällen und das, obwohl inzwischen gerade an den weiterführenden Schulen auch unausgebildete Lehrkräfte wie Eltern oder aber Praktikanten den Unterricht übernehmen.

Um ihrer Unzufriedenheit Raum zu verleihen und deutlich zu machen, dass es ihnen mit ihrer Forderung nach mehr finanziellen Mitteln für den Bildungssektor ernst ist, folgt nun, so die Gewerkschaft AOb, ein zweitägiger Lehrerstreik am Donnerstag, den 30. und Freitag, den 31. Januar des kommenden Jahres. Die Gewerkschaft hat all ihre Mitglieder aus dem Primarbereich und den weiterführenden Schulen dazu aufgefordert, an diesen beiden Tagen ihre Arbeit niederzulegen. Wie genau die Protestaktion aussehen wird, wird zu einem späteren Zeitpunkt öffentlich gemacht. Die AOb erhält seitens ihrer Mitglieder in dieser Hinsicht reichlich Unterstützung.

Der Streik sei das Ergebnis einer Umfrage, an der rund 6.000 Mitglieder beteiligt waren, sagt die Gewerkschaft AOb. Laut dieser Umfrage sind 90 Prozent der Befragten der Meinung, dass die verschiedenen Protestaktionen Anfang November keine befriedigenden Resultate geliefert haben. Am 6. November blieben aufgrund eines Streiks rund 3.500 Schulen geschlossen. Damals wurde dem Bildungssektor von Bildungsminister Arie Slob eine Einmalzahlung von 460 Millionen Euro zugesprochen.

Diese Einmalzahlung reicht den Gewerkschaften zufolge jedoch nicht aus, um das generelle Problem des Lehrermangels zu beheben oder aber die Gehälter der Lehrkräfte zu erhöhen. Auch Schuldirektoren und andere AOb-Mitglieder schließen sich der Meinung an, dass dieses Geld nicht ausreiche, um die derzeitigen Probleme zu beheben. „Es muss mehr strukturelles Geld für den Bildungssektor her. Solange dieses Geld nicht kommt, werden wir weiterhin protestieren“, so Stolk. Bisher ist noch nicht bekannt, ob sich auch andere Bildungs- und Lehrergewerkschaften an dieser zweitägigen Protestaktion beteiligen.