WIRTSCHAFT: Das Wirtschaftswachstum der Niederlande wird laut CPB von 2022 bis 2025 sinken

Den Haag, EF/VK/NRC/NOS, 18. November 2019

Nach vielen Jahren des Wirtschaftswachstums steht laut Prognose des niederländischen Centraal Planbureau (kurz: CPB) den Niederlanden nun ein Abstieg bevor. Ab dem Jahr 2022 erwartet die Niederlande eine Phase grauer Konjunktur mit sinkendem Wirtschaftswachstum und geringerer Kaufkraft der niederländischen Bevölkerung. Die Menschen werden im Durchschnitt älter und verdienen weniger Geld. Die Pflege und die Renten werden daher immer teurer.

Am Montag veröffentlichte das CPB, eine staatliche Einrichtung, dessen Kernaufgabe das Erstellen von wirtschaftlichen Prognosen und Analysen ist, eine Prognose zur mittelfristigen Entwicklung der wirtschaftlichen Situation in den Niederlanden in den Jahren 2022 bis 2025. Laut dieser Vorhersage steht den Niederlanden nach den kommenden Parlamentswahlen das Ende des großen Wirtschaftswachstums bevor. Bis 2025 wird ein Absinken des Wirtschaftswachstums auf 1,1 Prozent erwartet.

In der Zeit zwischen 2014 und 2017 stieg das Wirtschaftswachstum jährlich um durchschnittlich mehr als 2 Prozent an. Aktuell erlebt die niederländische Regierung ein finanziell goldenes Zeitalter mit einem Haushaltsüberschuss, da die Einnahmen die Ausgaben übersteigen. Diese Situation wird aber laut Prognose des CPB nicht mehr von langer Dauer sein. Bis zum Jahr 2021 wird das Wirtschaftswachstum von ehemals über 2 Prozent auf 1,8 Prozent absinken, bevor in der darauffolgenden Phase bis 2025 ein Wachstum von 1,1 Prozent pro Jahr erwartet wird. Das bedeutet, dass sich die Regierung ab 2020 verschulden muss, um ihren Verpflichtungen nachzukommen. Einen erheblichen Grund dafür sieht das CPB im Gesundheitswesen.

Die Babyboom-Generation wird in den kommenden Jahren das Stadium erreichen, in dem immer mehr Aufmerksamkeit auf das Thema Gesundheit gerichtet wird. Zum ersten Mal sinkt die Bevölkerungsanzahl der 15- bis 74-Jährigen und trotz aller Bemühungen der vergangenen Kabinette, die Gesundheitskosten zu senken, wird das Gesundheitswesen immer teurer. Die Regierung zahlte im Jahr 2017 68 Milliarden Euro für die Pflege und im Jahr 2025 werden diese Kosten voraussichtlich auf 100 Milliarden Euro steigen. Bis dahin werden außerdem weitere 135.000 Arbeitskräfte im Gesundheitswesen benötigt. Eine problematische Situation, wenn man bedenkt, dass der Mangel an Arbeitskräften im Gesundheitssektor bereits jetzt schon enorm ist.

Weiterhin sagt das CPB ein Herabsinken der niederländischen Kaufkraft auf Null voraus. Zwar werden die Löhne in den kommenden Jahren ansteigen, durch die anstehenden höheren Lebenshaltungskosten, resultierend aus steigenden Gesundheits- und Rentenprämien, der Inflation und höheren Steuerbelastungen, werden diese allerdings wieder ausgeglichen werden. Zudem erwartet das CBS einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Das CPB warnt allerdings auch vor vielen Dingen, die bisher noch ungewiss sind. Dazu zählt unter anderem, dass die kommende Regierungsperiode zur Zeit noch sehr weit entfernt ist. Weiterhin kann die Regierung den Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und China und die Folgen der Klima- und Rentenpolitik und die Folgen des Brexits noch nicht ausreichend einschätzen.