KULTUR: Die Niederlande auf der Frankfurter Buchmesse 2019

Frankfurt, TA/NOS/NRC/VK/Letterenfonds, 30. Oktober 2019

In der zweiten Oktoberwoche dieses Jahres fand wieder die Frankfurter Buchmesse statt, auf der über 7.000 Aussteller vertreten waren. Auch die Niederlande und Flandern waren – drei Jahre nachdem sie ein zweites Mal Gastland sein durften – wieder mit dabei.

Drei Jahre nachdem die Niederlande und Flandern als Gastland der Frankfurter Buchmesse in Fokus der Medien standen und es einen starken Anstieg an Übersetzungen aus dem Niederländischen ins Deutsche gab, war das niederländischsprachige Verlagswesen wie gewohnt wieder als Aussteller auf der Buchmesse zu finden und präsentierte literarische Neuerungen unseres Nachbarlandes. Nachdem die Messe von Dienstag bis Freitag nur für Fachbesucher zugänglich war, wurden die Messetore am Samstag und Sonntag für jedermann geöffnet, der Freude am Lesen hat.

Neben der Niederländischen Stiftung für Literatur (nl. Nederlands Letterenfonds) und diversen größeren Verlagen – wie De Bezige Bij und Querido – waren auch kleinere Verlage oder Verlagsgruppen aus den Niederlanden anzutreffen. Dabei handelt es sich nicht immer gleichzeitig auch um niederländischsprachige Verlage, wie das Beispiel von Afûk – Boeken fan Fryslân zeigt, die über aktuelle friesische Bücher für Kinder und Erwachsene informiert haben. Durch dieses Angebot soll diese nordseegermanische Sprache gefördert werden und so langfristig erhalten bleiben.

Als niederländische Neuerscheinung wurde unter anderem Maarten 't Harts neues Buch De nachtstemmer vorgestellt, das vom Verhältnis eines nordniederländischen Orgelstimmers zu einer brasilianischen Einwanderin handelt. Die Tageszeitung NRC Handelsblad beschreibt 't Harts Roman als flüssiges, leicht verständliches Leseerlebnis und die Zeitung Trouw nennt ihn einen Roman voller Unwahrscheinlichkeiten, die man erstmal verdauen muss, der aber auch vollgepackt mit Poesie, Spannung und Freude am Lesen ist. Die Rechte für den bei De Arbeiderspers erschienenen Roman wurden bereits an den Piper Verlag verkauft, sodass sich deutsche Leser bald selbst ein Bild von 't Harts neustem Werk machen können.

Eine andere Neuerscheinung, die beworben wurde, war Manon Uphoffs Buch Vallen is als vliegen, in dem sie den Menschen mit einem Tier gleichsetzt, das unentwegt seine Wunden lecken muss. Laut der Zeitung De Volkskrant findet die Autorin die richtige Sprache für eine solche Erzählung, die beinahe unmöglich zu erzählen ist. Von diesem Werk, das in den Niederlanden bei Querido erschien, ist bisher noch keine deutsche Übersetzung in Auftrag gegeben. Es bleibt also noch spannend, ob Vallen is als vliegen auch in Deutschland gelesen werden kann.

Darüber hinaus gab es natürlich noch eine Vielzahl an Werken, die auf der Buchmesse beworben wurden. Mehr als 300.000 Personen besuchten sie, wodurch die Veranstalter ein Plus von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen konnten. Mehr zu den Niederlanden als Gastland 2016 können Sie in unserem Dossier Flandern und die Niederlande auf der Frankfurter Buchmesse 2016. Ein Gastlandauftritt 2.0 nachlesen.