POLITIK: Kein Totalverbot auf Feuerwerkskörper

Den Haag, TA/NOS, 09. Oktober 2019

Nachdem innerhalb der Koalition in den letzten Wochen viel über Feuerwerkskörper gesprochen wurde, ist nun deutlich, dass das Kabinett der Zweiten Kammer ein Verbot sogenannter schwerer Feuerwerkskörper einführen wird. Damit haben sich die Abgeordneten für einen Kompromiss entschieden und blieben hinter der immer wieder erklingenden Forderung nach einem landesweiten Feuerwerksverbot zurück.

In den Niederlanden ist bereits öfter über ein Verbot von Feuerwerkskörpern diskutiert worden. Zuletzt wurde im letzten Jahr ein Verbot noch kurzfristig von der Koalition verworfen. Nun will aber eine Mehrheit der Abgeordneten der Zweiten Kammer Feuerwerkskörper der Kategorie F3 verbieten, zu der unter anderem bestimmte Leuchtraketen oder sogenannte Single Shots gehören. Während Silvesterfeierlichkeiten passieren mit diesen immer wieder schwere Unfälle. Auch werden sie teilweise bewusst auf andere Personen – etwa Polizisten - abgefeuert. Das ist einer der Gründe, warum von diversen Organisationen ein landesweites Verbot von Feuerwerk gefordert wird. Auch verschiedene Abgeordnete sprechen sich laut der NOS für ein solches Totalverbot aus, eine Mehrheit hat sich in der Zweiten Kammer bisher allerdings nur für das Verbot besonders schwerer Knallkörper finden können. Dabei offenbarte sich auch innerhalb der Regierungsfraktionen eine Kluft zwischen den einzelnen Abgeordneten. Während VVD-Mitglied Dilan Yezilgöz-Zegerius Dienstagabend noch angab, dass ihre Partei für das Verbot sei, korrigierte sie diese Aussage in einem Tweet später und schrieb, dass sie nicht für die gesamte Fraktion der VVD gesprochen habe. PPV-Mitglied Helder sprach sich für ein Totalverbot aus, ihre Fraktion sei laut eigener Aussage aber „noch nicht so weit“.

Die Polizei gab an, die Pläne des Kabinetts „sehr enttäuschend“ zu finden. Laut ihrer Aussage seien die Regelugen nicht weitreichend genug, um ein friedliches und sicheres Silvester zu gewährleisten. Während der letzten Jahreswende kamen zwei Menschen durch Feuerwerkskörper ums Leben, vierhundert wurden verletzt und der durch Privatpersonen verursachte Schaden betrug zwischen 15 und 20 Millionen Euro, schreibt die niederländische Zeitung NRC Handelsblad.

In den Niederlanden gibt es darüber hinaus bereits diverse lokale Verbote von Feuerwerk. Rund 12 Gemeinden haben im letzten Jahr mit sogenannten freiwilligen feuerwerksfreien Zonen experimentiert. Rotterdam wird dieses Jahr sogenannte Feuerwerkszonen einrichten, sodass in manchen Zonen der Stadt ein Verbot für Feuerwerkskörper besteht. Unter anderem wird das Abfeuern in Teilen der Stadt verboten, in denen die Situation in vergangenen Jahren außer Kontrolle geriet.