SPORT: Die niederländische Nationalmannschaft setzt sich gegen Deutschland durch

Hamburg. EF/VK/NRC/WELT, 09. September 2019

Am vergangenen Freitag fand das Fußball-EM-Qualifikationsspiel der niederländischen Nationalelf gegen die deutsche Mannschaft statt. Nach einem gelungenen Start für die deutsche Fußballnationalmannschaft unter der Leitung von Bundestrainer Joachim Löw, holten die Niederländer unter Nationaltrainer Ronald Koeman in der zweiten Halbzeit auf und entschieden das Spiel mit einem Endergebnis von 4:2 für sich.

Am Freitagabend trafen die beiden Fußball-Erzrivalen in Hamburg aufeinander. Das Heimspiel der deutschen Mannschaft startete in der ersten Halbzeit durchaus erfolgversprechend. Bereits in der sechsten Minute traf der Serge Gnabry zum 0:1 und die deutsche Nationalelf ging in Führung. Diese Führung konnten sie in der ersten Halbzeit halten, ein Ausbau dieser Führung gelang ihnen aber nicht. Viele Nachlegeversuche scheiterten. So scheiterte eine große Torchance von Marco Reus an dem niederländischen Torwart Jasper Chillessen.

In der zweiten Halbzeit jedoch holten die Niederländer auf. Geprägt vom überwiegend niederländischen Ballbesitz erarbeiteten sich die Niederländer viele Torchancen. Eine dieser Chancen wurde von dem Mittelfeldspieler Frenkie de Jong in der 59. Minute auch genutzt. Mit diesem Tor, das erste Tor de Jongs gegen die deutsche Nationalelf, zogen die Niederlande mit Deutschland gleich. In der 66. Minute ging die Niederlande schließlich durch ein Eigentor des deutschen Nationalspielers Jonathan Tah in Führung.

In der 73. Minute folgte schließlich ein nahezu geschenkter Handelfmeter zugunsten der deutschen Mannschaft. Matthijs de Ligt hatte den Ball aus kürzester Distanz mit der Hand berührt. Toni Kroos nutzte diesen Elfmeter zum Unentschieden. Der Gleichstand hielt sich jedoch nur wenige Minuten. Der zuvor eingewechselte Donyell Malen traf in der 79. Minute zum 3:2. In der Schlussminute rundete der niederländische Nationalspieler Georginio Wijnaldum das Spiel mit seinem Treffer zum 4:2 ab.

Den Grund für das starke Spiel der niederländischen Nationalelf sehen Experten in den taktisch guten Auswechslungen des niederländischen Trainers Koeman. Er ersetzte in der zweiten Halbzeit den mäßig funktionierenden Rechtsverteidiger Denzel Dumfries und den Mittelfeldspieler Marten de Roon durch Davy Pröpper und Donyell Malen. Auch veränderte Koeman die Position einiger Spieler. So wechselte der Stürmer Quincy Promes von der linken zur rechten Flanke. Sein Platz wurde dann von dem Stürmer Ryan Babel eingenommen. In der guten halben Stunde, in denen die deutsche Mannschaft bei einem Heimspiel vier Gegentore kassierte, spielten die Niederländer mit insgesamt vier Angreifern. Die Defensive der deutschen Nationalelf zerfiel.

Durch diese von Koeman ergriffenen Maßnahmen waren die Niederländer in der zweiten Halbzeit wie ausgewechselt. Grund dafür ist seine Spielstrategie, die Veränderungen noch während eines Spiels zulässt. So hieß es in einem Interview in der niederländischen Fachzeitung De Voetbaltrainer am Anfang vergangenen Jahres: „Wir sind auf der Suche nach einem System, mit dem wir die Spielweise einfach verändern können.“ Heraus kam eine Basis, bestehend aus drei Verteidigern, einem Spieler links oder rechts außen, einem Stürmer und einem Viererblock im Mittelfeld. „Wir denken, dass wir hiermit das System flexibel verändern können, um Herr über spezifische Gegner zu werden oder um die Gefahr der Gegenpartei einzudämmen.“ Koeman, der nebenbei auch als hervorragender Manager gesehen wird, profiliert sich durch diese Spielweise seit seinem Amtsantritt als ein Trainer, der taktisch gut durchdachte Entscheidungen trifft – und das, wie man Freitagabend gesehen hat, erfolgreich.

Ob ihm der Erfolg weiterhin vergönnt bleibt, wird sich im Verlauf der EM oder auch in dem Spiel am heutigen Montagabend gegen Estland zeigen. Aktuell belegen die Niederlande den 3. Platz in der Gruppe C. Deutschland befindet sich aktuell auf Platz 2.