PERSONEN: Unternehmer und Philanthrop Jacob Gelt Dekker verstorben

Key West. EF/NRC/VK/NOS, 02. September 2019

Am Sonntag verstarb der niederländische Unternehmer und Schriftsteller Jacob Gelt Dekker im Alter von 71 Jahren in seiner Wohnung in Key West im US-Bundesstaat Florida. Das berichtete sein Verlag Amsterdam Publishers am Sonntagabend. Dekker litt bereits lange an verschiedenen Krebserkrankungen.

Jacob Gelt Dekker begann seine Karriere ursprünglich als Zahnarzt, wandte sich allerdings im Alter von 28 Jahren der freien Marktwirtschaft zu und machte sein Vermögen schließlich mit der Errichtung von Foto-Fachgeschäften wie KwikFit oder One Hour Super Photo Stores und der Auto-Leasingfirma Budget Rent a Car. Hinzu kommt auch die Fitnesskette Splash. Zusammen mit seinem Geschäftspartner John Padget erwarb Dekker viele einfache Geschäfte und machte diese zu lukrativen Ketten, die wiederum mit hohem Gewinn verkauft wurden. Sein Vermögen wurde laut des niederländischen Wirtschaftsmagazins Quote zu Höchstzeiten auf 250 Millionen Euro geschätzt.

Nebenbei war er auch als Schriftsteller tätig. Er schrieb unter anderem Kolumnen, Romane und Reisebücher. Unter seinen Büchern befindet sich auch ein Kinderbuch. Sein letztes Buch über Immigration konnte er allerdings nicht mehr fertigstellen, berichtete der Verlag Amsterdam Publishers.

Der Multimillionär war nicht nur in den Niederlanden, sondern auch auf Curaçao sehr bekannt. Hier investierte der damals dort wohnhafte Unternehmer innerhalb der letzten 20 Jahre mehrere Millionen Euro. Nach dem Erwerb verschiedener Gebäude und Hotels wurden diese mit seiner Hilfe renoviert. Er ließ ebenfalls das verarmte Viertel Otrabanda in Willemstad wieder aufleben. Dort beschäftigte der mehrfach ausgezeichnete Philanthrop duzende Suchtkranke, die zuvor auf der Straße lebten. Ebenfalls errichtete der ehemalige Zahnarzt in Willemstad das Luxushotel Kurà Hulanda, ein Kongresszentrum, ein wissenschaftliches Institut und ein Museum über die Geschichte der Sklaverei.

Der selbsternannte Wohltäter wurde auf Curaçao allerdings nicht immer geschätzt. In Kolumnen prangerte er immer wieder offen die „Korruption, die Kriminalität und die Dummheit“ der Regierung und der Gesellschaft an, was die dortigen Machthaber enorm frustrierte. Dies führte 2006 sogar dazu, dass Regierungs- und Oppositionsparteien der Niederländischen Antillen zu einem Boykott des Multimillionärs aufriefen und vergeblich versuchten, ihn zur Persona non grata zu erklären. „Ich habe versucht, eine Veränderung in der Gesellschaft herbeizuführen“, sagte Dekker 2006 in einem Interview mit der niederländischen Tageszeitung De Volkskrant. Damals sei ein enormer Abwärtstrend zu sehen gewesen, so der Unternehmer. „Es wimmelte nur so von Drogenabhängigen. Die Wirtschaft schrumpfte jedes Jahr um 5, 6, 7 Prozent. Das ist jetzt anders. Die Wirtschaft wächst wieder und ich denke, ich habe dabei eine Rolle gespielt.“