MH17: Ukraine will Tatbeteiligten festgenommen haben

Kiew, SF/RTL/DN, 18. Juli 2019

Als sich gestern der MH17-Abschuss zum fünften Mal jährte, fand eine Gedenkfeier in den Niederlanden statt. Die Namen aller 298 verstorbenen Insassen wurden von Angehörigen verlesen. Auch Ministerpräsident Mark Rutte (VVD) gedachte der Opfer. Am selben Tag veröffentlichte der ukrainische Geheimdienst SBU eine aufsehenerregende Mitteilung: Die Behörden wollen den Mann, der den Transport der Rakete aus Russland in die Ukraine organisiert haben soll, festgenommen haben. Die Glaubwürdigkeit dieser Meldung ist nicht gesichert.

Während einer Pressekonferenz über den Ermittlungsstand im MH17-Fall sagte ein SBU-Mitarbeiter, dass es dem Geheimdienst bereits 2017 „gelungen [sei], die Person, die nicht wusste, was wir über sie wussten, festzunehmen, als sie die russisch-ukrainische Grenze übertritt.“ Der Festgenommene soll mit einer Rebellengruppe ein Fahrzeug bei einem Autobetrieb in Donezk abgeholt haben, auf dem letztlich die russische Buk-Rakete transportiert wurde. Der Mann säße nun seine Strafe in einem ukrainischen Gefängnis ab. Er sei wegen Beteiligung am Terrorismus verurteilt worden. Über seine Idenität gab der SBU nichts preis.

Das gemeinsame Ermittlerteam JIT, das an der Aufklärung des MH17-Absturzes maßgeblich beteiligt ist, kommentierte die Mittelung auf Anfrage von RTL Nieuws nicht. Die Generalstaatsanwaltschaft der Niederlande konnte die Glaubwürdigkeit ebenfalls nicht bestätigen. Wie Martijn Smiers, Russland-Korrespondent von RTL Nieuws, zu bedenken gibt, gilt der SBU nicht gerade als vertrauenswürdige Quelle. „So meldete der Geheimdienst einst, einem Anschlag auf den ehemaligen niederländischen Außenminister Bert Koenders auf der Spur zu sein. Dafür gab es allerdings keine Hinweise, wie sich letztlich herausstellte“, erklärt Smiers.

„Andererseits“, so führt Smiers weiter aus, „werden auch Telefondaten vom SBU erhoben, die als glaubwürdig gelten und vom JIT zu Ermittlungszwecken ausgewertet werden.“ Ob man der Meldung zum jetzigen Zeitpunkt Glauben schenken könne, kann Smiers deshalb nicht sagen. Bemerkenswert findet er das Timing der Pressekonferenz: genau am fünften Jahrestag des MH17-Abschusses.