[UPDATE] UMWELT: Erneut ein Erdbeben im Norden der Niederlande

Groningen, TA/Volkskrant, 11. Juni 2019

Nachdem am 22. Mai eines der schwersten gemessenen Erdbeben die Provinz Groningen erschütterte, bebte die Erde am vergangenen Sonntag erneut. Diesmal mit einer Intensität von 2,5 auf der Richterskala. Damit zählt auch dieses Beben zu einem der schwereren.

Das Beben am Sonntag hatte sein Epizentrum in der Nähe von Garrelsweer und war laut Aussagen von Bewohner deutlich spürbar. Die Zeitliche Kommission Bergbauschaden Groningen (TCMG) meldete, dass es zu 42 neuen Schadensmeldungen als Folge des Bebens kam. Die Schadensmeldungen werden dabei auf den Berg von Meldungen vom letzten Erdbeben am 22. Mai landen. Als Folge des schweren Erdbebens damals (NiederlandenNet berichtete) wurden 4.832 Schadensmeldungen eingereicht. Durchschnittlich treffen bei der zuständigen Behörde rund 200 Meldungen pro Woche ein.

Die Erdbeben in Groningen werden durch die Förderung von Erdgas in der Region ausgelöst. Laut Angaben des Königlichen Niederländischen Meteorologischen Instituts hat sowohl die Anzahl an Beben als auch deren Intensität in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Anstatt jedoch die Förderung von Erdgas schnellstmöglich zu beenden, wird die geförderte Gasmenge von Jahr zu Jahr reduziert.

Vor rund einer Woche musste sich der zuständige Minister Wiebes zusammen mit Premierminister Rutte in einer Debatte in der Zweiten Kammer einem Kreuzfeuer aus Fragen stellen. Dabei äußerte Rutte, dass es schlichtweg nicht möglich sei, so schnell wie gefordert mit der Gasförderung aufzuhören. Es steckten keine finanziellen Motive hinter der langsamen Reduktion der Förderungsmenge, sondern lediglich die Tatsache, dass Gas noch für das Beheizen vieler Häuser in den Niederlanden gebraucht werde.

Wiebes kündigte bereits im Vorfeld der Debatte an, dass die Bearbeitung von Schadensforderung zukünftig schneller vonstattengehen solle. Schäden bis zu 10.000 Euro sollen in einem Schnellverfahren vergütet werden. Die langsame Bearbeitung von Schadensmeldungen und das Verstärken von beschädigten Häusern sorgten in der Vergangenheit immer wieder zu Unmut unter den betroffenen Groningern.