UMWELT: Chemischer Unkrautbekämpfer auf niederländischen Sportplätzen

Amsterdam, TA/NOS/Volkskrant, 29. Mai 2019

Kinder und Sportler werden auf Sportplätzen noch weiterhin Gefahr laufen, in Kontakt mit chemischen Unkrautbekämpfungsmittel  zu kommen. Laut einer Studie von de Volkskrant wird es in den nächsten fünf Jahren nicht gelingen, den Einsatz solcher Mittel drastisch zu reduzieren - obwohl es bereits seit 2015 Absprachen diesbezüglich gibt.

Auf Fußballfeldern, Hockeyfeldern, Tennisplätzen, Golfbahnen oder sonstigen Sportplätzen überall in den Niederlanden werden unterschiedlichste Arten chemischer Bekämpfungsmittel eingesetzt. Das führt zwar zu erfolgreicher Unkrautbekämpfung, stellt gleichzeitig aber auch eine Gefahr für Umwelt, Tiere und den Menschen dar. Ein Mittel, das beispielsweise mancherorts gegen Unkraut und Algen benutzt wurde, ist das durch das Gerichtsurteil in den USA bekannte Glyphosat.  Wegen des auch als Roundup bekannten, möglicherweise krebserregenden, Mittels laufen dort noch hunderte von Klagen gegen den Hersteller.

Im Jahr 2017 ist der professionelle Einsatz von chemischen Unkrautvernichtungsmitteln außerhalb des Landwirtschaftssektors in den Niederlanden verboten. Sportplätze sind von dieser Regelung ausgenommen – unter der Voraussetzung, dass die Verantwortlichen selber zu einer Lösung kommen werden. Bereits 2015 einigten sich Sportverbände, der Niederländische Golfverband und Platzadministratoren auf die Vereinbarung „Green Deal“, in dem festgehalten wurde, dass auf Sportplätzen ab 2020 solche Mittel nur noch in „strikt notwendigen Situationen“ Anwendung finden sollen. Nun wird jedoch deutlich, dass sich diese Vereinbarung nicht überall durchsetzen lässt.

Laut André de Jeu vom Verband Sport und Gemeinden würden – falls es zu einem Totalverbot von Unkrautvernichtungsmittel kommen wird – zehntausende Sportplätze unbenutzbar werden. Ihm zufolge sei der Einsatz solcher Mittel nicht zwangsläufig schädlich für die Gesundheit. Selbst bei einer Fahrradfahrt in die Stadt komme man mehr in Kontakt mit schädlichen Mitteln als auf so einem Sportplatz. Auffallend ist aber, dass der Einsatz solcher Mittel für die niederländischen Wasserverbände Grund genug ist, Wassergräben in der Nähe von Sportplätzen auf chemische Rückstände zu kontrollieren.

Laut Aussage von Sportverbänden versuche man durchaus, keine chemische Mittel bei der Pflege von Sportplätzen einzusetzen. Das gelinge jedoch je nach Platz unterschiedlich gut. De Volkskrant nennt als Musterbeispiel den Fußballverband ASV’33 aus Nordbrabant, der bereits keine chemischen Mittel mehr einsetzt. Dadurch koste die Pflege der Plätze – laut Aussage des Vizevorsitzenden des Vereins – auch mehr Zeit. Seiner Meinung nach werden Vereine früher oder später aber auf biologische Mittel umsteigen. Die Clubs müssten bräuchten hierfür einfach eine Umgewöhnungszeit.