GRENZE: Löhne an der Grenze: Niedersachsen schneidet schlecht ab

Heerlen, SF/CBS, 28. Mai 2019

Im deutsch-niederländischen Grenzgebiet werden die niedrigsten Löhne in Niedersachsen gezahlt. Das meldet das niederländische Statistikamt CBS, das in Zusammenarbeit mit den Landesämtern für Statistik in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sowie den INTERREG-Partnern die Löhne in den niederländischen Grenzgebieten untersucht hat. Der durchschnittliche Stundenlohn in den Niederlanden beträgt demzufolge 33,40 Euro, in NRW 31,60 Euro und Niedersachsen 28,50 Euro. Die Zahlen stammen aus dem Jahr 2015.

Innerhalb der Niederlande ist ein deutliches Lohngefälle zu beobachten. In der wirtschaftsstarken Randstad liegt der Stundenlohn durchschnittlich bei 35,50 Euro. An der Grenze zu Deutschland verdienen Arbeitnehmer im Schnitt aber nur 31,10 Euro pro Stunde. Zieht man einen Vergleich zu den Löhnen, die im nordrhein-westfälischen Grenzgebiet ausgezahlt werden, zeigt sich ein differenzierteres Bild. Denn auf deutscher Seite liegen dort die Stundenlöhne mit 32,30 Euro etwas höher. Allerdings weist Grenzgebiet in NRW deutliche regionale Unterschiede aus. Im Münsterland werden etwa nur 29,50 Euro pro Stunde verdient, Arbeitnehmer aus der Region um Düsseldorf verdienen indes fast 4 Euro in der Stunde mehr (33,20 Euro). Die niedrigsten Stundenlöhne an der deutsch-niederländischen Grenze werden jedoch in der Region Weser-Ems ausgezahlt. Dort liegen die Löhne bei 26,30 Euro pro Stunde. Das sind in der Stunde sechs Euro weniger, als in der benachbarten Provinz Groningen auf niederländischer Seite ausgezahlt wird.

Die Studie nahm auch die Arbeitsproduktivität in den Blick. Arbeitsproduktivität misst, wie viele Waren und Dienstleistungen eine Arbeitskraft pro Arbeitsstunde herstellen kann. Sie ist deshalb Gradmesser für den internationalen Wettbewerb. An der deutsch-niederländischen Grenze zeigt sich, dass die Niederlande im Allgemeinen arbeitsproduktiver sind als die deutschen Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Betrachtet man allerdings das Grenzgebiet im Besonderen, so differenziert sich das Bild wiederum. Analog zu den Stundenlöhnen entlang der Grenze gestaltet sich auch die Arbeitsproduktivität in der Grenzregion: Das Grenzgebiet in NRW und den Niederlanden ist auf beiden Seiten ungefähr gleich arbeitsproduktiv, nur auf niedersächsischer Seite liegt die Arbeitsproduktivität deutlich niedriger als in den Niederlanden.

Die Studie behandelte auch die Stundenlöhne und Arbeitsproduktivität in Flandern. In beiden Kategorien schneidet der Norden Belgiens deutlich besser ab als die Niederlande. So werden in Flandern die höchsten Löhne gezahlt (36,10 Euro pro Stunde verglichen mit 31,70 Euro in den Niederlanden) und die flämische Arbeitsproduktivität liegt deutlich über der niederländischen.