[UPDATE] TOURISMUS: Vermietungen über Airbnb nehmen weiter zu 

Amstersam, TA/NRC 21. Mai 2019

In Zeiten von Wohnungsnot und rapide steigender Mieten gibt es in vielen europäischen Ländern erregte Diskussionen über die Vermietung über die Plattform Airbnb. So auch in den Niederlanden. Vor rund einem Jahr wurde im damals vorläufigen Koalitionsabkommen von GroenLinks, D66, PvdA und SP ein Verbot von Vermietungen über Airbnb im Amsterdamer Zentrum diskutiert. Auch außerhalb der touristischen Viertel sollten maximal 30 Übernachtungen pro Jahr möglich sein.  Nun scheint die Anzahl an Vermietungen über Airbnb nichtsdestotrotz stetig zugenommen zu haben.

Am Mittwoch letzter Woche veröffentlichte die Gemeinde Amsterdam Zahlen zum Thema Airbnb, die sich auf Angaben von Airbnb selbst und der Website Inside Airbnb stützen. Aus diesen Zahlen ergibt sich, dass im Jahr 2018 21.040 Wohnungen in Amsterdam mindestens einmal über Airbnb an Touristen vermietet wurden. Das entspricht einer Steigung von rund 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Amsterdamer durften ihre Wohnung im letzten Jahr laut offiziellen Regeln maximal 60 Tage lang über Airbnb vermieten und mussten dies offiziell bei der Gemeinde Amsterdam anmelden. Damit sollte verhindert werden, dass Wohnungen dauerhaft als Freizeit- oder Urlaubswohnungen genutzt werden und den Amsterdamern selbst als Wohnraum nicht zur Verfügung stehen. Allerdings wurden nur rund ein Viertel aller Vermietungen tatsächlich auch bei der Gemeinde gemeldet, obwohl die Geldbuße für ein solches Ausbleiben mit 6.000 nicht gerade gering ist. Da Kontrollen schwierig sind, wurden nur 58 solcher Bußen verhängt.

Unbekannt ist, wie häufig die Maximalanzahl an möglichen Vermietungen überschritten wurde. Laut der Gemeinde Amsterdam war das bei rund 3 Prozent der geschalteten Anzeigen der Fall. Allerdings wissen viele Nutzer auch, wie sie die Kontrollmechanismen der Website umgehen können. Airbnb selbst weigert sich, genaue Adressinformationen an die Gemeinde Amsterdam herauszugeben.

Seit diesem Jahr dürfen Wohnungen nur noch maximal 30 Tage pro Jahr über Plattformen im Internet vermietet werden, sehr zum Ärgernis von Airbnb und kleineren Plattformen wie Expedia oder Booking. Als Folge dieser Regel platzten die Verhandlungen zwischen der Gemeinde Amsterdam und Airbnb, woraufhin die Plattform Anzeigen und Angebote, die die maximale Anzahl an Vermietungen überschreiten, nicht länger blockierte.

Die Gemeinde Amsterdam fordert daher eine landesweite Registrierungspflicht für Urlaubsvermietungen. Dadurch sollen Plattformen gezwungen werden, genaue Adressinformationen über vermietete Wohnung mit der jeweiligen Gemeinde zu teilen. Innenministerin Kajsa Ollongren (D66) hat bereits einen Gesetzesentwurf hierzu eingereicht.