WIRTSCHAFT: Erste Grenzkonferenz in Venlo - bald grenzüberschreitendes Semesterticket für Studierende?

Venlo, TA/Land NRW/ED/RP 14. Mai 2019

Auch wenn Nordrhein-Westfalen und seine angrenzenden, niederländischen Nachbarn bereits seit Jahren eng zusammenarbeiten und schon viel grenzüberschreitenden Austausch ermöglicht haben, gibt es in einigen Bereich noch die Möglichkeit zur Verbesserung. Daher haben sich in der letzten Woche rund 300 Akteure auf der ersten sogenannten Grenzkonferenz im niederländischen Venlo getroffen. Dabei kamen vor allem Themen wie Mobilität und Arbeit zur Sprache.  

Auf die von nun an jährlich stattfindende Grenzkonferenz hatten sich im November letzten Jahres Premierminister Mark Rutte und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet geeinigt. Darin sollen Vertreter der Wirtschaft und der Politik über neue Ideen zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit nachdenken und so die Grenze als Hindernis im täglichen Leben der Bürger abbauen.

So soll sich beispielsweise die Vermittlung von Jobs über die Grenze hinweg in Zukunft ändern, denn bisher informieren die sogenannten Grenzinfopunkte zwar über Themen wie Studieren, Arbeiten und Wohnen, über Jobangebote kann man sich dort jedoch noch nicht informieren. In manchen Grenzinfopunkten sind daher ab sofort Arbeitsvermittlungsstellen verfügbar. Auch in den weiteren Infopunkten werden sie bald folgen. Durch eine neue Personalvereinbarung soll darüber hinaus die Anerkennung von niederländischen Erziehern und Erzieherinnen als „sozialpädagogische Fachkraft in einer Kindertageseinrichtung“ sichergestellt werden. Somit können sie bald grenzüberschreitend in Kindergärten und Kitas arbeiten, ohne, dass die vollständige Gleichwertigkeit ihres Abschlusses mit einem deutschen Pendant festgestellt werden muss.

Da auch der Ausbau der grenzüberschreitenden Mobilität ein ständig wiederkehrendes Thema für die Grenzregionen ist, wundert es viele sicherlich nicht, dass die neue Zugverbindung Eindhoven-Düsseldorf ein zentrales Thema der Konferenz war.  Durch die neue Strecke soll sich die Reisezeit zwischen den beiden Städten um rund 15 Minuten verkürzen, da der - nun noch notwendige - Umstieg in Venlo wegfällt.

Letztendlich soll vor allem jungen Menschen - der Zukunft Europas - der intensive grenzüberschreitende Austausch ermöglicht werden. Neben dem neuen Jugendprogramm „Unbegrenzt“, das ein breites Angebot für grenzüberschreitende Aktivitäten in Sport, Kultur und Schulen möglich machen soll, wurde über ein grenzüberschreitendes Semesterticket für Studierende der Grenzregion diskutiert.

Die nächste Grenzkonferenz soll im nächsten Jahr in Duisburg stattfinden.