GESUNDHEIT: Weltkrebstag: Anzahl an Krebspatienten steigt in den Niederlanden

Den Haag, SF/NOS/CBS/DN/UICC, 04. Februar 2019

Es ist eine Diagnose, die den Betroffenen den Boden unter den Füßen wegzieht: Krebs. 2018 erkrankten nach Schätzungen des Krebsforschungsinstituts der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 18,1 Millionen Menschen weltweit an der Krankheit. In den Niederlanden werden derzeit 800.000 Menschen gezählt, die krebskrank sind oder die Krankheit überwunden haben. In den meisten Fällen verläuft die Krankheit tödlich: Für das Jahr 2017 hat das niederländische Statistikamt 47.000 Sterbefälle infolge einer Krebserkrankung errechnet. Damit ist die Krankheit die Todesursache Nummer eins in den Niederlanden.

Im letzten Jahr erhielten 116.000 Niederländerinnen und Niederländer die Diagnose, dass sie an Krebs erkrankt sind. In absoluten Zahlen hat sich die Zahl der Krebspatienten seit 1989 verdoppelt. Doch prozentual gemessen am Durchschnittsalter in den Niederlanden stagniert die Zahl der Krebspatienten seit 2011. Grund für die Zunahme der Krebsdiagnosen ist neben dem allgemeinen Bevölkerungswachstum der demografische Wandel in den Niederlanden. Altert eine Gesellschaft, nimmt die Chance zu, an Krebs zu erkranken. Das liegt an der Heimtücke der Krankheit, denn oftmals sammeln sich Risikofaktoren Jahre oder Jahrzehnte lang an, bis sie zum schlussendlichen Krankheitsausbruch führen.

Insbesondere Hautkrebs ist aktuell auf dem Vormarsch. Das hat damit zu tun, dass immer mehr Menschen ungeschützt der UV-Strahlung ausgesetzt sind. Zudem intensiviert sich die Sonneneinstrahlung stetig. Allerdings ist die Krebsstatistik im Laufe der Jahre strenger geworden, denn seit 2016 werden auch kleinere Krebsbefunde auf der Haut registriert. Auffällig ist des Weiteren, dass mehr Männer als Frauen an Krebs sterben. Mit Blick auf die Krebsarten zeigt sich, dass die geschlechtsspezifischen Krankheitsbilder dominieren. So leiden die meisten weiblichen Patientinnen an Brustkrebs (27 Prozent), männliche Patienten dagegen an Prostatakrebs (21 Prozent).

Eine Krebsdiagnose bedeutet heutzutage kein Todesurteil mehr. Über die Hälfte der Krebspatienten in den Niederlanden sind fünf Jahre, nachdem die Krankheit festgestellt wurde, noch am Leben. Allerdings variieren die Überlebenschancen je nach Krankheitsbild. Je seltener der Krebs, desto geringer ist die Überlebenschance. Aber auch wenn die Krankheit geheilt werden kann, klagen 65 Prozent der niederländischen Krebspatienten über Langzeitfolgen. Dazu zählen etwa chronische Müdigkeit, geringere körperliche Fähigkeiten, sexuelle Probleme sowie Leistungsnachlass der Konzentration und des Gedächtnisses. Im sozialen Leben, in der Familie und am Arbeitsplatz sind geheilte Krebspatienten dadurch eingeschränkt. Oft fühlen sich die Betroffenen mit den langfristigen Folgen ihrer Krankheit alleingelassen und vereinsamen zunehmend. Die Zahl der gesunden Krebspatienten, die auf psychosoziale Behandlungen angewiesen sind, steigt. Somit verändert sich das Krankheitsbild, ohne dass die Krankheit in Gänze verschwindet.

Am heutigen Weltkrebstag, der jährlich am 4. Februar veranstaltet wird, will die WHO gemeinsam mit der Internationalen Vereinigung gegen den Krebs (UICC) das Leiden der Krebspatienten ins öffentliche Bewusstsein rücken. Jedes Jahr sterben fast 8 Millionen Menschen weltweit an der Krankheit– mit steigender Tendenz: Bis zum Jahr 2030 wird sich die Zahl der Todesopfer nach UICC-Angaben auf 13,2 Millionen erhöhen. Gesundheitliche Aufklärung von staatlicher Seite und effektive Krebsvorsorge und –behandlungen seien deshalb notwendig, um das Anwachsen der Todeszahlen zu stoppen. Denn oftmals senkt ein gesunder Lebensstil bereits das Erkrankungsrisiko um ein Vielfaches.