KULTUR: Sylvia Weve gewinnt den wichtigsten niederländischen Preis für Kinderbuchillustratoren

Amsterdam, LM/NRC, 26. März 2019

Der Max Velthuijs-Ouevrepreis für Kinderbuchillustratoren wird seit 2007 alle drei Jahre verliehen. In diesem Jahr erhält zum ersten Mal eine Illustratorin den Preis, die vornehmlich am Computer arbeitet – Sylvia Weve. Die Jury bezeichnet Weves Illustrationen als „treffsicher“; sie hätten eine besondere Ausstrahlung und seien unglaublich ausdrucksstark. Der Preis ist mit einem Preisgeld von 60.000 Euro dotiert.  

Slyvia Weve arbeitet bereits seit 1981 als Illustratorin von Kinderbüchern, Zeitungen, Zeitschriften und Buchumschlägen. In dieser Zeit hat sie rund 150 Bücher illustriert, unter anderem vom Autor Rindert Kromhout und dem Dichter Karel Eykman. Seit einigen Jahren arbeitet sie hauptsächlich mit der Autorin Bette Westera zusammen – und es scheint eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit zu sein, denn in diesem Zeitraum gewann Weve 2013 den Gouden Penseel (dt. „Goldener Pinsel“) und teilte sich mit Westera den Woutertje Pieterse Prijs 2015 für das Buch „Doodgewoon“ (dt. „Überall & Nirgends“, übersetzt von Rolf Erdorf).

Bevor Weve vor allem den Computer als Zeicheninstrument für sich entdeckte, war sie für Illustrationen mit scharfen Pinselstrichen und expressiven Linien bekannt. Ihre Zeichnungen sollten so aussehen, als wären sie beim ersten Versuch schnell und expressiv auf das Papier gebracht worden, erklärte sie in einem früheren Interview. Allerdings führte das oftmals dazu, dass sie zwanzig Versionen einer Zeichnung anfertigen musste, um diesen Effekt zu erzielen. Als sie vor ungefähr 15 Jahren damit anfing, ihren Computer als Zeicheninstrument zu verwenden, entwickelte sie einen neuen grafischen Stil. Die Arbeit mit dem Computer brächte mehr Freiheiten mit sich, so Weve, denn man könne alles ausprobieren, ohne immer wieder von vorne beginnen zu müssen.

Auf der Homepage der Illustratorin können Sie sich viele Zeichnungen ansehen.