DIPLOMATIE: Botschafter aus Den Haag und Berlin besuchen Zentrum für Niederlande-Studien

Münster, SF 27. Februar 2019

Am 26. Februar stand im Münsteraner Zentrum für Niederlande-Studien (ZNS) hoher Besuch an: Eine Delegation mit hochrangigen Vertretern des deutsch-niederländischen Austauschs traf sich mit rund zwanzig Studierenden des Fachs Niederlande-Deutschland-Studien. Kernbestandteil der Delegation waren Dirk Brengelmann, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Den Haag, sowie sein Counterpart Wepke Kingma, der als Botschafter für das Königreich der Niederlande in Berlin tätig ist. Der Besuch des ZNS bot eine Plattform für ein offenes Gespräch zwischen Studierenden und Botschaftern. Die besprochenen Themen drehten sich vor allem um die deutsch-niederländische Zusammenarbeit in Kultur, Wirtschaft, Politik und der Europäischen Union.

Mit einer Begrüßung nahm Dr. Markus Wilp, Geschäftsführer des ZNS, die Gäste im Haus der Niederlande in Empfang. Der diesjährige Besuch sei eine Premiere, denn zum ersten Mal bestünde die Gelegenheit für einen offenen Austausch ohne feste Themen, so Wilp. Direkt nach einer Vorstellungsrunde der Teilnehmenden wurden die ersten Fragen gestellt. Dabei ging es um den persönlichen Werdegang der beiden Botschafter wie auch um den Alltag in der Diplomatie. Als Bereiche, in denen die Niederlande und Deutschland kooperieren, wurden vor allem Politik, Kultur, Wirtschaft, Klima, Sicherheit und Innovation genannt. Dirk Brengelmann hob dabei die besonders engen Beziehungen zwischen Deutschland und den Niederlanden hervor. Als ehemaliger Botschafter in Brasilien kenne er auch durchaus mühseligere Vorgänge, die in den beiden Nachbarstaaten vollkommen unbekannt seien. Zwischen den Ländern herrsche gegenseitiges Vertrauen – das sei einmalig in der Diplomatie.

Doch dieses Vertrauen könne auch schnell zur Selbstverständlichkeit werden – Wachsamkeit sei daher von großer Bedeutung. So sei nach Auffassung Brengelmanns das nachlassende Interesse an der deutschen Sprache in den Niederlanden eine Hürde, die auf die grenzüberschreitende Arbeit zukomme. Eine Lösung hierfür böte beispielsweise Schul- und Jugendaustausch, der bislang nur zögerlich funktioniere. Einem Thema wurde in der Aussprache besonders große Aufmerksamkeit eingeräumt: der anstehenden Wahl zum EU-Parlament vom 23. bis 26. Mai. Genauso wie die intakten deutsch-niederländischen Beziehungen dürfte die EU nie zur Selbstverständlichkeit werden. Als Friedensprojekt würde sie zunehmend in Frage gestellt, doch dagegen gelte es Stellung zu beziehen, betonten beide Botschafter.

Zum Schluss gab die Delegation den Studierenden noch einen wichtigen Tipp für ihre berufliche Zukunft mit auf den Weg: Netzwerke. Nur wer gut vernetzt ist, kann erfolgreich sein.