NATUR: Der Biber ist auf dem Vormarsch

Achterhoek, LM/NRC/NOS, 20. Februar 2019

Biber waren früher ein fester Bestandteil der niederländischen Natur. Nachdem der Biber 1826 in den Niederlanden ausgestorben war, wurden 1988 an verschiedenen Stellen in den Niederlanden 42 Biber ausgesetzt – seitdem verbreiten sich die Nagetiere stetig, 2016 wurden 1.600 Biber gezählt. Der Ökologe Michiel Schaap berichtet, dass die Biber sich vor allem an den Ufern der Ijssel angesiedelt haben, von dort aus verbreiten sie sich weiter und erschließen neue Lebensräume. Mittlerweile sind die Biber auch im Achterhoek angekommen und haben den Twentekanal überquert.

Biber wohnen am liebsten an Ufern mit Weiden und anderen Bäumen, denn dort finden sie ihre Nahrung. Hat ein Biber einmal einen guten Platz gefunden, entsteht daraufhin bald meist ein Biberbau – ein Partner und Kinder folgen dann kurz darauf. Schaap zufolge sind Biber für die Ökologie äußerst wichtig, denn sie würden das Wasser als Lebensraum mit den Biberdämmen und den abgenagten Baumstämmen aufwerten. Im Holz würden sich schließlich Organismen ansiedeln, die sehr wichtig für die Nahrungskette seien, so Schaap. Ebenfalls entstünden auf diese Weise kleine Pfützen, in denen junge Fische geschützt aufwachsen könnten, was sich wiederum positiv auf die Pflanzen in der Umgebung auswirken würde.

Auch wenn es den Bibern in den Niederlanden zurzeit gut zu gehen scheint, stehen sie weiterhin unter Artenschutz. Dieser Status würde erst dann aufgehoben, wenn die Biberpopulation nachweislich beständig ist. Bisher sei dies nur in Limburg der Fall, in den anderen Gebieten der Niederlande könne das noch etwas dauern, so Schaap. In manchen Gebieten geht es den Bibern jedoch mittlerweile wieder so gut, dass ihre emsige Arbeit für Probleme sorgte: In den IJsseldeich bei Wijhe buddelten die Biber Tunnel, die mit Sand und Lehm wieder verschlossen werden mussten.