ARCHITEKTUR: Star-Architekt Ma Yansong mit Projekt in Rotterdam

Rotterdam, LM/VK/MAD Architects, 23. November 2018

Die niederländische Hafenstadt Rotterdam ist für ihre auffällige Architektur bekannt, die unter anderem durch eine wolkenkratzerhafte Silhouette bestimmt wird. Bald wird auch der berühmte, chinesische Architekt Ma Yansong einen neuen Akzent setzen. Auf der Halbinsel Katendrecht soll ein besonderer Aussichtspunkt gebaut werden, der die historische Fenixloods II ergänzen soll.
 
Über den sogenannten „Starchitect“ Ma Yansong wird gesagt, dass er der erste chinesische Architekt sei, der den Westen erobere. Für den Star Wars Regisseur George Lucas hat sein Architektenbüro MAD Architects ein Privatmuseum in Los Angeles in der Form eines Raumschiffs entworfen, in Toronto hat er zwei Wolkenkratzer bauen lassen, die wie Tornados aussehen. In Rotterdam handelt es sich um ein kleineres, aber doch spektakuläres Projekt. Auf der Halbinsel Katendrecht sollen ein Aussichtspunkt, ein öffentliches Atrium und theatralische Treppen gebaut werden. Es wird kein eigenständiges Gebäude, sondern eine Ergänzung der historischen Lagerhalle Fenixloods II.

Finanziert wird das Projekt durch die Gelder einer Mäzenen-Familie, die anonym mehrere kulturelle Projekte in Rotterdam unterstützt. Wim Pijbes, ehemaliger Direktor des Reichsmuseums, leitet das Architekturprojekt. Pijbes erklärt die Beauftragung des chinesischen Architekten damit, dass Katendrecht einmal eines der ältesten Chinatowns von Europa war. Hier sei das erste chinesische Restaurant in den Niederlanden eröffnet worden – vermutlich sogar das erste von Europa. Dieser vergessenen Geschichte würde mit der Beauftragung von Ma Yansong neues Leben eingehaucht.

Ma zufolge wird der Aussichtspunkt ein Ort zum Nachdenken, an dem man mehr über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft herausfinden kann. „Wenn wir auf den Pfad zurückblicken, den die Vergangenheit genommen hat, erkennen wir, dass die Zukunft nicht immer linear verlaufen wird“, so Ma. Diesen Gedanken spiegeln seine Projekte stets wider  – es gibt keine geometrischen Muster, sondern unregelmäßige, gekrümmte Formen.