UMWELT: Vom Aussterben bedrohte Vögel in den Niederlanden

Zeist, LM/NRC/VK, 07. November 2018

In der vergangenen Woche wurden die  besorgniserregenden Ergebnisse des Living Planet Reports von WWF über Biodiversität veröffentlicht: Die Bestände der Wirbeltiere auf der Erde sind zwischen 1970 und 2014 um 60 Prozent geschrumpft. Das am Mittwoch in den Niederlanden erschienene Buch Bedreigde vogels in Nederland (dt. „Bedrohte Vögel in den Niederlanden“), kann ebenfalls keine positiven Nachrichten vermelden und kommt zu dem Schluss, dass mindestens zehn Vogelarten in den Niederlanden vom Aussterben bedroht sind.

Seit den fünfziger Jahren sind die Bestände vieler Vogelarten rapide geschrumpft – manche Vogelarten sind bereits ausgestorben. Die Ursache dafür liegt in der Veränderung der Landschaft, in der Intensivierung des Landbaus und der zunehmenden Verwendung von Pestiziden und Kunstdünger. Vor allem die Landwirtschaft hat eine dramatische Transformation durchlebt. Im Gegensatz zum Jahr 1950 sind von den Grasflächen, die ein wichtiger Lebensraum für Insekten sind, welche wiederum die Nahrungsquelle für Vögel darstellen, nur noch 5 Prozent vorhanden. Auch der sinkende Grundwasserspiegel stellt für Wasservögel eine Bedrohung dar. Die Rodung von Büschen und Hecken nimmt den Vögeln die nötigen Brutplätze.

Der Naturschutzorganisation Vogelbescherming Nederland (dt. "Vogelschutz Niederlande") zufolge, könnte die Turteltaube als erste Vogelart in den Niederlanden aussterben, da der Bestand dieser Art seit 1950 um 90 Prozent geschrumpft ist. Auch Wasservögel wie die Uferschnepfe könnte es treffen, sofern keine Schutzmaßnahmen vorgenommen werden. Das Buch der Vogelbescherming geht detailliert auf die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Vögel ein, die im letzten Jahr von der Regierung veröffentlicht wurde. Zusätzlich veröffentlicht die Naturschutzorganisation seit einigen Jahren auch eine Orange Liste mit Vogelarten, die ernsthaft gefährdet sind.

Es sei jedoch noch nicht zu spät, um Maßnahmen zum Schutze der bedrohten Vögel zu ergreifen, so Kees de Pater von der Vogelbescherming. In den letzten Jahren hätten sich beispielsweise einige Wasser- und Sumpfpopulationen erholt, nachdem die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet wurden. Vor allem die Nutzung von Stickstoff und Pestiziden müsse dringend verringert werden. Man brauche weniger Giftstoffe, weniger Dünger, und dafür mehr Wasser und mehr inklusive Landwirtschaft. So sollten blumenreiche Streifen entlang der Acker und flache Ufer an Gräben angelegt werden. Die Vogelbescherming weist daraufhin, dass alle niederländischen Bürger bei der Rettung der bedrohten Vögel helfen können.