GESELLSCHAFT: Handyverbot auf dem Fahrrad ab 2019

Den Haag, LM/NRC, 26. September 2018

Die Nutzung von mobilen Endgeräten ist in den Niederlanden ab Juli 2019 in und auf allen Fahrzeugen verboten. Verboten sind neben den Smartphones dann auch Laptops, Kameras und andere elektronische Geräte. Die Nutzung von Handys hinterm Steuer ist bereits seit 2002 verboten und betraf ebenfalls Motorradfahrer und Rollerfahrer. Im kommenden Jahr gilt das Verbot jedoch auch für Fahrradfahrer, Zugführer von Straßenbahnen und Menschen mit Behinderung auf Fahrzeugen ohne Motor. Das mobile Navigationssystem ist weiterhin im Auto oder auf dem Fahrrad erlaubt, solange es keine Ablenkung darstellt.

Diesen Gesetzesentwurf reichte die Ministerin für Infrastruktur und Wasserwirtschaft, Cora van Nieuwenhuizen, am Dienstag bei der Zweiten Kammer ein. Im Zuge der Gesetzesausweitung soll auch die Umsetzung der neuen Regelung durch die Polizei vereinfacht werden. Wenn diese jemanden mit einem Handy hinterm Steuer erwischt, muss die Person nicht mehr angehalten werden. Stattdessen kann die Polizei das Kennzeichen notieren und das Bußgeld wird auf digitalem Weg eingefordert.

Der Polizei zufolge kann auch das Verbot für Fahrradfahrer problemlos umgesetzt werden, da es immer gut sichtbar sei, wenn ein Radfahrer sein Handy in der Hand halte. Van Nieuwenhuizen zufolge wüssten Radfahrer zwar um das Risiko, das durch die Handynutzung beim Fahrradfahren entsteht, doch sei die Versuchung oftmals einfach zu groß, sodass der Griff zum Handy letztendlich doch gemacht würde. Allerdings seien die Radfahrer dadurch kognitiv und visuell abgelenkt, sodass es schneller zu Unfällen kommen könnte. Neue amerikanische Studien haben gezeigt, dass Anrufe die Unfallwahrscheinlichkeit verdoppeln, wenn das mobile Endgerät dabei in der Hand gehalten wird. Europäische Studien belegen, dass europäische Autofahrer 10 Prozent ihrer Fahrzeit mit Anrufen oder dem Versenden von Kurznachrichten verbringen.

Für die Erweiterung des Verbots gebe es van Nieuwenhuizen zufolge viel Unterstützung aus der Gesellschaft. Dass erklärte Ziel der Ministerin ist es, dass überhaupt keine mobilen elektronischen Geräte beim Steuern eines Fahrzeugs in der Hand gehalten werden, egal, um was für ein Fahrzeug es sich dabei handelt.