UMWELT: Erste Maschine zum Recyceln von Beton

Amsterdam, TA/NRC 07. Juni 2018


Bislang wissen es nur wenige Menschen, aber Beton, einer unser wichtigsten Baustoffe, ist eine enorme Quelle von Treibhausgasen: 6 bis 7 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen stammen aus der Betonproduktion. In den Niederlanden wurde nun der erste Sack mit recyceltem Beton zur Wiederverarbeitung auf der Immobilienfachbörse Provada präsentiert.


Der Smart Liberator wurde ein halbes Jahr getestet. Da die Maschine, mit der Beton zukünftig recycelt werden kann, nun bereit für die Produktion ist, läuft sie auch bereits Tag und Nacht. Ununterbrochen fallen die Betontrümmer jetzt von Laufband in einen Seecontainer. Dann werden sie, verborgen durch allerlei Zahnräder und Technik, zerdrückt und zermahlen. Betonspezialist Stefan van Uffelen nennt diese Technologie „total irre“. Die Wiedergewinnung von Zement sei „der heilige Gral dieses Fachgebietes“, sagt er.

Die Wiedergewinnung des Betons sei dabei nicht einmal besonders kostspielig, so Youri Rutte, Direktor des Familienunternehmens Rutte Groep, die die Maschine bauten. Man habe lediglich ein paar Millionen in die Anschaffung und Entwicklung investiert. Das hierfür ausgegebene Geld wird Rutte laut eigener Angaben innerhalb von fünf Jahren zurückverdient haben. Und das ganze ohne Subventionen der EU oder der Niederlande.

Der Smart Liberator ist eine Erfindung von Koos Schenk, mit der er bereits Preise gewann. Der hiermit gewonnene Zement darf vollständig zur Produktion von Fliesen oder Gullydeckeln benutzt werden, und bis zu 30 Prozent Bestandteil von Baubeton ausmachen. Beton besteht aus den drei Grundstoffen Sand, Kies und Zement. Der Zement nimmt dabei Wasser auf und dient als Bindemittel, ist aber auch die umweltschädlichste Komponente. In einem Zementofen wird nämlich Kalkstein erhitzt, wodurch es zu einer chemischen Reaktion kommt, bei der CO2 freigesetzt wird.  Außerdem ist für die Beheizung eines solchen Ofens, der 1.400 Grad heiß ist, viel Energie nötig.

Koos Schenk erkannte, dass immer ein gewisser Überschuss Zement in Beton vorkommt, da der Zement nicht zu 100 Prozent mit Wasser gebunden wird. Diesen Rest Zement, der so eigentlich verschwendet wird, gewinnt der Smart Liberator wieder und bereitet ihn zum Wiedergebrauch auf. Aus 1.000 Kilogramm Beton werden so mehrere Hundert Kilogramm Zement zurückgewonnen.

Laut Van Uffelen will sich die Betonbranche gerne in Richtung eines zirkulären Marktes entwickeln. So soll Beton zukünftig mehr recycelte Komponenten aufweisen, bis zu fünf Prozent. Rutte findet das noch zu wenig. Auch sollte seiner Meinung nach sorgfältiger abgerissen werden, sodass noch mehr Zement recycelt werden kann.


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