WIRTSCHAFT: Möglicher Verkauf von Hema an belgisches Unternehmen


Den Haag,
LM/NRC 09. Mai 2018

Die niederländische Warenhauskette Hema wird möglicherweise an ein belgisches Unternehmen verkauft. Die Investmentgesellschaft Core Equity Holdings soll laut der niederländischen Tageszeitung De Telegraaf Interesse an der Übernahme der Warenhauskette haben. Die britische Beteiligungsgesellschaft Lion Capital hatte Hema 2007 für 1,1 Milliarden Euro gekauft. Seitdem bemüht sich Lion Capital immer wieder um den Weiterverkauf der niederländischen Kette.

Schon 2010 sollte die niederländische Warenhauskette Hema an den niederländischen Konzern Ahold verkauft werden, doch die Verhandlungen scheiterten 2011. Im Herbst 2017 hatte Lion Capital bekanntgegeben, dass Hema erneut zum Verkauf steht. Hemas Spitzenfunktionär Tjeerd Jegen hatte daraufhin angekündigt, dass er „die strategischen Möglichkeiten für die Zukunft von Hema“ untersuchen werde, auch einen möglichen Verkauf. Im April verkündete Jegen schließlich, dass neben einem möglichen Verkauf auch ein Börsengang eine Option sei.

Nachdem Hema in den letzten Jahren vor allem rote Zahlen geschrieben hatte, konnte das Unternehmen im vergangenen April Positives berichten. Während 2014 noch 189 Millionen Euro und 2017 noch immer 30 Millionen Euro Verlust gemacht wurden, konnte das Unternehmen für die letzten zwei Quartale des letzten Jahres wieder schwarze Zahlen vermelden. Der Nettoumsatz stieg 2017 auf eine Rekordhöhe von 1,2 Milliarden Euro. Diese Nachrichten könnten die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Verkaufs von Hema positiv beeinflussen.

Ein Grund für die positive Entwicklung könnten die Umbaumaßnahmen sein, die im letzten Jahr durchgeführt wurden. Die Filialen wurden logischer eingerichtet, es wurden höhere Regale aufgebaut und der Restaurantbereich wurde erneuert. Die neue Einrichtung sollte vor allem die Kunden ansprechen und nicht nur Praktikabilität für das Unternehmen selbst schaffen. So hängen Geschirrtücher beispielsweise nicht mehr neben den Handtüchern, sondern im Küchenbereich der Filialen.

Das neue Konzept scheint aufgegangen zu sein. Jegen präsentierte im April die Zahlen des Unternehmens. In Belgien wurden fast alle Filialen umgebaut und der Absatz stieg durchschnittlich um 3,5 Prozent. In den Niederlanden, wo ungefähr die Hälfte aller Filialen neu eingerichtet wurden, stieg der Umsatz um ca. 1,9 Prozent. Der Onlinevertrieb trug ebenfalls zu den positiven Resultaten bei. 2017 wurde über den Onlineshop ein Drittel mehr verkauft, als im Jahr zuvor.

Außerhalb der Beneluxstaaten stieg der Umsatz am stärksten an, was mit der Eröffnung neuer Filialen zusammenhängt. In Frankreich kamen 2017 zwanzig Filialen hinzu, in Spanien drei. Im April eröffnete Hema die erste Filiale in Österreich. Im Sommer sollen erste Läden in Dubai eröffnet werden, danach sollen die anderen Golfstaaten folgen. Insgesamt sollen 2018 dreißig bis fünfunddreißig neue Filialen in den Ländern eröffnet werden, in denen Hema bereits Filialen besitzt.

1984 hatte Hema die erste Filiale im Ausland eröffnet. Mittlerweile umfasst die niederländische Warenhauskette 750 Filialen. 200 dieser Filialen befinden sich im Ausland. Die Warenhauskette, die 1926 gegründet wurde, beschäftigt mehr als 19.000 Mitarbeiter.


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