KULTUR: Museum Singer Laren wird große Kunstsammlung geschenkt


Laren,
LM/VK/NRC 10. April 2018

Dem niederländischen Museum Singer Laren in der Region Gooiland wird eine große Kunstsammlung mit Gemälden niederländischer Avant-Gardisten geschenkt. Die großzügige Spenderin ist Els Blokker-Verwer, die Witwe des Geschäftsmanns Jaap Blokker. Els Blokker-Verwer vermacht dem Museum nicht nur ihre Kunstsammlung, sondern übernimmt ebenfalls die Kosten für den Bau eines neuen Museumflügels.

Jaap Blokker (1942-2011) war der Vorstandsvorsitzende der Einzelhandelskette „Blokker“. Zuerst haben er und seine Frau Gemälde mit Kühen oder schönen Meeresmotiven gesammelt, doch die Galeristen Jan Juffermans, Loek Brons und der Sammler Renée Smithuis eröffneten ihnen einen neuen Blick auf die Kunst. Auf diese Weise entstand die Liebe zur Moderne. Über die Jahre hinweg haben die Blokkers die sogenannte Nardinc-Kollektion aufgebaut, die nach dem Haus des Ehepaars benannt wurde, das den Namen „Huize Nardinclant“ trug. Das Herzstück der Sammlung sind 40 Gemälde des niederländischen Künstlers Jan Sluijters. Des Weiteren gehören Gemälde von anderen Künstlern der Moderne, beispielsweise von Leo Gestel, Kees van Dongen und Jan Toorop zur Kollektion, die teilweise wie Sluijters zur Künstlerkolonie des Ortes Laren gehörten.

Das Museum Singer Laren erhält nicht nur die Kunstsammlung der Blokkers, sondern auch die Möglichkeit, einen neuen Flügel für diese Sammlung zu errichten. Die Kosten übernimmt Els Blokker-Verwer. Sie stellt lediglich eine Bedingung: Der Flügel soll Nardinc-Flügel heißen. Der Museumsdirektor Jan Rudolph de Lorm interessierte sich schon lange für die Kunstsammlung des Ehepaars. Als de Lorm die Gemälde im Hause Blokker zum ersten Mal sah, habe er seinen Augen kaum trauen können. Sofort habe er vorsichtig nachgefragt, ob es irgendwann zu einer Ausstellung der Sammlung kommen könne. Vor zwei Jahren signalisierte Els Blokker-Verwer, dass sie die Sammlung dem Museum vermachen wolle. Es folgten mehrere Gespräche, bis es schließlich zur Bekanntgabe der Schenkung kam.

1956 wurde das Museum von dem in Laren wohnenden, amerikanischen Ehepaar William und Anna Singer hinterlassen. Das Museum wird seit Jahren von ungefähr 5.000 Bewohnern des Gooilands unterstützt. Die „Supporter“, so werden sie von de Lorm genannt, würden Singer Laren als eine Art Clubhaus ansehen. Auch Els Blokker bezeichnet das Museum als ihr zweites Wohnzimmer und spricht von einem heimischen Gefühl. Singer Laren sei das einzige Museum gewesen, das für ihre Sammlung in Frage gekommen sei. Als de Lorm vor neun Jahren Museumsdirektor von Singer Laren geworden ist, sei er zuerst etwas enttäuscht gewesen. Von den Künstlern der klassischen Moderne, wie Mondrian, Sluijters und Gestel habe das Museum nur wenig Kunst besessen. De Lorm führt dies auf das Desinteresse der Singers gegenüber der Moderne zurück. Allerdings konnte das Museum immer wieder Leihgaben aus der Nardinc-Kollektion ausstellen.

Vor zweieinhalb Jahren schenkte der Sammler Renée Smithuis dem Museum Singer Laren bereits eine große Kollektion mit Gemälden des niederländischen Expressionismus. Im vergangenen September wurden außerdem auch eine neue Eingangshalle und ein Theater eröffnet. Neben der Bekanntgabe, dass Els Blokker dem Museum die Nardinc-Kollektion vermacht und die Kosten für einen neuen Gebäudeflügel übernimmt, gab de Lorm ebenfalls bekannt, dass auch die bestehenden Museumssäle renoviert werden sollen. Dabei ist das Museum kaum auf Subventionen angewiesen, sondern kann sich größtenteils auf die Unterstützer verlassen.

Die Schenkung der Nardinc-Kollektion wurde über eine Videobotschaft von Els Blokker-Verwer öffentlich gemacht, die vom Museum verbreitet wurde. In diesem Video erzählt sie, dass ihr Mann und sie nie vorgehabt hatten, eine Kunstsammlung aufzubauen, sie hätten nur einfach die Möglichkeit gehabt, Gemälde zu kaufen. Die Kunst weiterhin für sich zu behalten, erscheint Els Blokker-Verwer jetzt etwas egoistisch. Sie wolle dafür sorgen, dass auch andere Menschen die Gelegenheit dazu bekämen, die Gemälde zu betrachten.


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