Nachrichten März 2017


GESELLSCHAFT: Die Kriminalität in den Niederlanden nimmt ab - und die Zufriedenheit mit der Polizeit steigt

Den Haag. EF/Trouw/VK/NRC. 02. März 2017.

Die Niederländer fühlen sich im Allgemeinen sicherer als noch ein paar Jahre zuvor. Die Kriminalitätsrate sinkt und die Zufriedenheit über die Polizei steigt an. Wenn man dem Veiligheidsmonitor des Centraal Bureau voor de Statistiek (CBS), eine jährliche Umfrage zur Sicherheit, Lebensqualität und Viktimisierung, Glauben schenken darf, steht es eigentlich sehr gut um die Sicherheit in den Niederlanden.

Insgesamt wurden 17 Prozent der Niederländer im Jahr 2016 Opfer von 4,4 Millionen Gewalt-, Vermögens- oder Vandalismus-Delikten. Diese Anzahl ist vergleichbar mit der aus dem Jahr zuvor. Im Gegensatz zum Jahr 2012 lässt sich aber mit 600.000 Delikten weniger ein starker Rückgang der Kriminalität beobachten. Während die Anzahl der Gewaltdelikte gegenüber 2012 um 7 Prozent sank, fiel die Anzahl der Vermögensdelikte um 11 Prozent und die der Vandalismus-Delikte sogar um 19 Prozent.

Besonders positiv ist außerdem die Entwicklung der ‚traditionellen‘ Kriminalität: Seit 2005 ist die Anzahl der Opfer von Diebstählen und Einbrüchen um fast 40 Prozent gesunken. Dies hängt allerdings nicht nur mit einem geringeren Aufkommen von Kriminalität zusammen, sondern auch mit der verstärkten Prävention. Viele Niederländer lassen beispielsweise keine Wertgegenstände im Auto liegen oder achten verstärkt darauf, abends das Licht brennen zu lassen, wenn niemand zu Hause ist. Andere agieren mit zusätzlichen Sicherheitsschlössern oder aber Alarmsystemen.

Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen scheint sich unter den Niederländer in ihrer eigenen Umgebung ein Gefühl der Sicherheit auszubreiten. Die Frage des CBS, ob man sich in seiner direkten Umgebung unsicher fühle, wurde lediglich von 16 Prozent der Befragten bejaht – gegenüber 18 Prozent in den Jahren zuvor. Doch auch hier lassen sich regionale Unterschiede verzeichnen. In ländlichen Gegenden fühlen sich die Menschen sicherer als in Großstädten wie Amsterdam oder Rotterdam. Geht es um das Sicherheitsgefühl über die eigene Umgebung hinaus, äußern sich die Niederländer weniger positiv. Rund ein Drittel gab an, sich ab und zu nicht sicher zu fühlen. Dabei fällt auf, dass dies gerade jüngere Menschen betrifft. 40 Prozent der Bevölkerung zwischen 15 und 44 Jahren überkommt ab und zu ein Gefühl der Unsicherheit. Bei den 45- bis 64-Jährigen sind es nur rund 33 Prozent und bei den über 65-Jährigen 25 Prozent.

Die Anzahl der Niederländer, die im vergangen Jahr unter häufig vorkommenden kriminellen Aktivitäten wie Diebstählen oder Einbrüchen gelitten haben, blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Rund 10 Prozent der Niederländer wurden im letzten Jahr bestohlen. Dabei handelte es sich vor allem um das Entwenden von Fahrrädern. Dies betraf etwa 4 Prozent der Bevölkerung. 2,5 Prozent waren Opfer eines Einbruchs. Zwar haben sich die Zahlen gegenüber 2015 nicht großartig verändert, im Vergleich zu 2012 ist hier aber eine kleine Verbesserung zu sehen. Damals waren noch 13 Prozent der Niederländer Opfer von Diebstählen oder Einbrüchen.

Die Statistiken bezüglich anderer Formen von Kriminalität wie Körperverletzung, Drohungen oder Zerstörung von fremden Eigentum scheinen demselben Trend zu unterliegen. Die Zahlen ähneln denen aus dem Jahr 2015 und zeigen eine leichte Verbesserung gegenüber 2012.

Der Veiligheidsmonitor des CBS ließ ebenfalls durchblicken, dass im letzten Jahr etwa einer von neun Niederländern Opfer von Cyberkriminalität wurde. Dazu gehören Cyber-Mobbing, Betrug durch Online-Shops, gehackte Computer und Identitätsdiebstahl via Phishing. Auch hier sind keine signifikanten Unterschiede zum Vorjahr zu sehen. Lediglich im Vergleich zum Jahr 2012 ist die Anzahl der Opfer von Cyberkriminalität um 2 Prozent gesunken.   

Neben der gesunkenen Kriminalitätsrate hat das CBS auch eine größere Zufriedenheit mit der Polizei feststellen können. Im Jahr 2016 hatten laut CBS, deren Resultate auf einer Befragung von 81.000 Niederländern basieren, 23 Prozent der Bevölkerung Kontakt mit der Polizei und waren in der Regel mit der Interaktion zufrieden. Die Zufriedenheit konnte allerdings abhängig von den Gründen des Kontakts variieren. Handelte es sich um das Erstatten einer Anzeige, fühlten sich 60 Prozent bei der niederländischen Polizei gut aufgehoben. Lediglich 19 Prozent waren mit der Interaktion unzufrieden. Wurde jemand allerdings durch die Polizei gerügt, fiel die Zufriedenheit geringer aus. Insgesamt 49 Prozent sprachen sich positiv über die Polizei aus gegenüber 23 Prozent, die noch Verbesserungspotential sahen. 

Im Vergleich zu den Jahren davor lässt sich eine positive Entwicklung der Beziehung zwischen der Polizei und den Bürgern beobachten. Im Vergleich zu den Angaben aus dem Jahr 2005 stieg die Zufriedenheit laut CBS um 15 Prozent. Auffallend ist allerdings, dass die Zufriedenheit von Menschen mit einem nicht-westlichen Hintergrund diesbezüglich deutlich geringer ausfällt. Nur 54 Prozent von ihnen äußerten sich positiv über den Kontakt mit der Polizei gegenüber 63 Prozent der Niederländern.

Die Anzahl der Personen, die Anzeige wegen eines Verbrechens erstatteten, ist gesunken. Gründeten im Jahr 2012 noch 29 Prozent der Polizeikontakte im Aufgeben einer Anzeige, waren es im Jahr 2015 nur 27 Prozent und im Jahr 2016 nur 25 Prozent.

Das CBS fragte außerdem nach einem Urteil über das Funktionieren der Polizei. Die Anzahl der Befragten, die sehr zufrieden mit der Polizei sind, stieg von 29 Prozent im Jahr 2012 auf 32 Prozent im Jahr 2016. Geht es allerdings um die Polizei vor Ort, sind Menschen aus größeren Städten eher geneigt, ein positives Urteil zu fällen als Menschen aus ländlichen Gegenden. Das hängt vor allem mit der Präsenz der Polizei zusammen. Trotz regionaler Unterschiede, kann man aber durchaus von einer positiven Entwicklung sprechen.