Nachrichten Oktober 2016


POLITIK: PvdA-Politiker drängeln bei der Wahl zum Spitzenkandidaten

Den Haag. SW/VK/NOS/FD/Telegraaf. 20. Oktober 2016.

Es könnte spannend werden bei der Wahl zum Spitzenkandidaten der sozialdemokratischen PvdA. Nachdem der Fraktionsvorsitzende Diederik Samsom, der Arbeitsminister Lodewijk Asscher und der Tweede Kamer Abgeordnete Jacques Monasch bereits in den vergangenen Wochen ihre Hüte in den Ring geworfen hatten, meldeten sich diese Woche drei weitere Kandidaten. Zu den neuen Kandidaten gehört unter anderem der Vorsitzende der PvdA in Ridderkerk, Gerard Bosman. Bosman gehört dem linken Parteiflügel an und ist Initiativnehmer der PvdA-Gruppe Linksom! Linksom! gilt als Sprachrohr der unzufriedenen PvdA-Mitglieder: Sie werfen der PvdA vor, ihre sozialdemokratischen Werte zu vernachlässigen und sich zu sehr auf den Koalitionspartner VVD einzulassen.

Des Weiteren wollen Pelle Oosting, ein PvdA-Mitglied aus Deventer und Tom Staal, Journalist bei GeenStijl an der Wahl zum Spitzenkandidaten teilnehmen. Beide wollen den linken Flügel der Partei stärken. Zunächst war auch der Europaabgeordnete Paul Tang im Gespräch für die Wahl zum Spitzenkandidaten, er zog sich jedoch am vergangenen Mittwoch aus dem Rennen zurück. Tang hatte befürchtet, dass der linke Parteiflügel unterrepräsentiert sein könnte, wenn die parteiinterne Wahl zwischen Samsom und Asscher ausgetragen würde. Inzwischen gab Tang bekannt, dass er bei der Wahl Lodewijk Asscher unterstützen werde. Dieser hatte bereits zu Beginn der Woche seine Kandidatur angekündigt, über welche bereits seit einigen Monaten spekuliert worden war. Ebenso kündigte der Tweede Kamer Abgeordnete Jacques Monasch diese Woche seine Kandidatur an, da er einen Zweikampf zwischen Samsom und Asscher vermeiden wollte. Diederik Samsom war bereits bei den vorherigen Tweede Kamer Wahlen Spitzenkandidat der PvdA und hatte sich in der jüngsten Vergangenheit wiederholt für einen parteiinternen Wahlkampf ausgesprochen. Er hatte seine Kandidatur bereits im September angekündigt.

Ob die Auswahl der Anwärter so bleibt, ist ungewiss. Um an der Wahl zum Spitzenkandidaten teilnehmen zu können, wird zunächst das Anforderungsprofil der Kandidaten analysiert. Die Parteispitze wird am 7. November bekanntgeben, welche Kandidaten dem Profil entsprechen und an der Wahl teilnehmen dürfen. Der November wird im Zeichen des internen Parteiwahlkamps stehen und ab Ende November werden mehrere Debatten zwischen den Kandidaten stattfinden. Die parteiinterne Wahl wird am 8. Dezember stattfinden. Dabei wird es zum ersten Mal auch Nicht-Parteimitgliedern möglich sein, abzustimmen: Für zwei Euro wird es Interessierten möglich sein eine PvdA-Kurzmitgliedschaft einzugehen.