Nachrichten November 2016


WIRTSCHAFT: Die Niederlande verzeichnen anhaltend positives Wachstum

Heerlen. SW/VK/NRC/AD/NOS. 18. November 2016.

Gute Nachrichten für die niederländische Wirtschaft: Das Wachstum ist weiter gestiegen und damit gehören die Niederlande gegenwärtig zur Spitze der europäischen Wirtschaftsnationen. Im Vergleich zum zweiten Quartal des Jahres wuchs die Wirtschaft im dritten Quartal um 0,7 Prozent. In anderen europäischen Ländern ist das Wirtschaftswachstum für denselben Zeitraum deutlich niedriger: In Belgien, Deutschland und Frankreich wuchs die Wirtschaft gerade mal um 0,2 Prozent. Verglichen zum Vorjahreszeitraum beträgt das Wirtschaftswachstum in den Niederlanden sogar 2,4 Prozent, dies meldete das Statistikamt CBS am vergangenen Dienstag. Dies ist bereits das zehnte Mal seit Ende der Wirtschaftskrise, dass die Niederlande ein positives Wirtschaftswachstum verzeichnen können.

Das Wachstum ist insbesondere der gestiegenen Kaufkraft und den höheren Investitionen geschuldet. Konsumenten gaben mehr Geld für die Gastronomie und Tourismus, für die Pflege und für elektronische (Haushalts-) Geräte aus. Investiert wurde insbesondere in LKWs, Flugzeuge und Sattelschlepper. Damit zusammenhängend ist auch der Export gestiegen: um satte 4,6 Prozent verglichen zum Vorjahreszeitraum.

Insgesamt verbesserte sich auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt. In den vergangenen drei Monaten entstanden 26.000 neue Arbeitsplätze. Auch sank die Zahl der Arbeitssuchenden um 37.000. Schlechter sieht es dahingegen für Selbstständige aus, bereits seit mehreren Quartalen geht die Zahl der sogenannten ZZPers zurück. In den vergangenen drei Monaten waren es 35.000 weniger als noch im Quartal zuvor. Insgesamt gibt es gegenwärtig etwa 10 Millionen Arbeitsplätze, das sind etwas mehr als vor dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008.

Angesichts solcher Zahlen zeigte sich der niederländische Wirtschaftsminister, Henk Kamp, erfreut: „Wir wachsen gut zweimal so schnell wie die durchschnittliche Europäische Wirtschaft und weisen, in einer durchaus unsicheren internationalen Situation, bereits seit 2,5 Jahren ein solides und kräftiges Wirtschaftswachstum vor.“ Angesichts ungeahnt hoher Vertrauenswerte für Verbraucher und Unternehmen, diese sind so hoch wie seit neun Jahren nicht mehr, blickt der Minister positiv in die Zukunft.

Dennoch gibt es auch einige Unsicherheiten Mit Blick auf die Zukunft. So kann bislang nur vermutete werden, welche Folgen der Brexit auf die niederländische Wirtschaft haben wird. Dies bestätigt auch der Chefökonom des CBS, Peter Hein van Mulligen: „Bislang herrscht noch viel Ungewissheit angesichts der Folgen des Brexit-Referendums. Dennoch ist der niederländische Export in das Vereinigte Königreich stabil, ebenso wie der von Deutschland. Für die niederländische Industrie gibt es noch keinen Grund zur Sorge – zumindest, sehen sie das so.“ Auch die bislang ungewissen wirtschaftspolitischen Pläne des neugewählten Präsidenten der USA, Donald Trump, erschweren die Prognosen.