Nachrichten Mai 2016


SOZIALES: Jedes 8. Kind wächst in Geringverdienerhaushalt auf

Heerlen. SW/NRC/NOS. 11. Mai 2016.

Jedes 8. Kind in den Niederlanden wächst in einer Familie mit einem niedrigen Einkommen auf. Viele Kinder müssen auf Klassenfahrten, Musikunterricht oder die Mitgliedschaft im Fußballverein verzichten. Insgesamt ist die Zahl der betroffenen Kinder weiter gesunken.

2014 lebte in etwa jedes 8. Kind in den Niederlanden in einer Familie mit einem niedrigen Einkommen. Insgesamt handelte es sich dabei um 421.000 Kinder, dies meldete das niederländische Statistikamt CBS am vergangenen Montag. Damit sank die Zahl der betroffenen Kinder wieder auf ein vergleichbares Niveau wie 2005. Seit 2005 war die Zahl der betroffenen Kinder rückläufig gewesen, bis 2010 die Wirtschaftskrise ausbrach, seitdem war die Zahl jährlich gestiegen.

Als Folge des niedrigen Einkommens der Eltern könnten diese Kinder seltener an Aktivitäten, wie Klassenfahrten, Musikunterricht oder die Mitgliedschaft in einem Sportverein, teilnehmen. Etwa 66 Prozent der betroffenen Kinder können nicht jährlich für eine Woche in den Urlaub fahren. Etwas mehr als die Hälfte der Kinder erhalten nicht regelmäßig neue Kleidung.

Wenn Kinder in einer Familie mit geringem Einkommen aufwachsen, erhöhe sich für sie das Risiko auf Armut, schreibt das CBS. Insgesamt seien 131.000 Kinder von langfristiger Armut bedroht. Sie lebten 2014 zum vierten Mal in Folge in einem Geringverdienerhaushalt.

Das Statistikamt CBS untersuchte auch inwiefern die einzelnen Provinzen sich voneinander unterscheiden. In Utrecht wachsen demnach 9,9 Prozent der Kinder in Familien mit niedrigen Einkommen auf, in Zuid-Holland sind es sogar 14.5 Prozent. Besonders oft trifft es Kinder in der Stadt Rotterdam: dort ist jedes vierte Kind betroffen. Das CBS unterschied auch die Herkunft der Kinder. 33 Prozent aller Kinder mit einem nicht-westlichen Migrationshintergrund leben in Familien mit einem geringen Einkommen. Dieser Wert ist viermal so hoch, wie der für Kinder ohne Migrationshintergrund.

Die Grenze für ein niedriges Einkommen ist abhängig von der Familienkonstellation: Für eine vierköpfige Familie liegt es bei einem Monatseinkommen von 1.920 Euro. Das CBS verwendet den subjektiven Term „Armut“ nicht, stattdessen spricht das Statistikamt von „niedrigem Einkommen“ oder „Armutsrisiko“.