Nachrichten März 2016


WISSENSCHAFT: Oranje-Biograf Cees Fasseur verstorben

Leiden. SW/VK/NRC. 14. März 2016.

Vergangenen Sonntag verstarb der Historiker und Jurist Cees Fasseur. Fasseur war bekannt geworden mit einer zweiteiligen Biografie über das Leben von Königin Wilhelmina. Seitdem hatte der Historiker sich wiederholt mit der Geschichte der niederländischen Königsfamilie beschäftigt.

Vergangenen Sonntag ist der Historiker und Jurist Cees Fasseur im Alter von 77 Jahren verstorben, dies teilten seine Familie und sein Verlag mit. Fasseur erwarb nationale Bekanntheit mit seiner zweiteiligen Wilhelmina-Biografie (1999 und 2001). In einem späteren Werk widmete er sich der Ehe von Königin Juliana und dem Prinzgemahl Bernhard. Zuletzt erschien von Fasseur eine Biografie über Piet Gebrandy, den niederländischen Exil-Premier während der Besetzung der Niederlande im Zweiten Weltkrieg.

2008 erschien Fasseurs Werk „Juliana & Bernhard, Geschichte einer Ehe“, dafür hatte er exklusiven Zugang zu den königlichen Archiven erhalten. Diesem Buch wurde viel Aufmerksamkeit beigemessen, da es auch die Rolle von Greet Hofmans am damaligen Hof thematisiert. Greet Hofmans war eine Heilkundlerin und Handauflegerin, die neun Jahre lang als Freundin und Beraterin von Königin Juliana am Hof verblieb. Die Anwesenheit von Greet Hofmans bei Hofe führte zu der sogenannten Greet-Hofmans-Affäre. Für sein Buch über Juliana musste Fasseur viel Kritik von anderen Historikern einstecken. Der Historiker Gerard Aalders warf Fasseur vor, er hätte nur Zugang zu den königlichen Archiven erhalten, weil er oranje-gesinnt sei. Der exklusive Zugang mache es zudem unmöglich, das Buch von Fasseur zu kontrollieren.

Cees Fasseur wurde 1938 in der damaligen niederländischen Kolonie Niederländisch-Indien geboren. Nach seinem Schulabschluss begann Fasseur zunächst ein Chemie-Studium an der Universität Leiden, das er jedoch nach kurzer Zeit wieder abbrach. Danach nahm Fasseur ein Jura- und ein Geschichtsstudium auf. Anschließend war er einige Jahre als Dozent an der Universität tätig. Danach arbeitete er unter anderem für das Justizministerium und als Richter in Amsterdam. Im Rahmen seiner Tätigkeiten im Justizministerium war Fasseur sowohl an der Formulierung des Polizeigesetzes (politiewet), als auch dem Juristengesetz (advocatenwet) beteiligt. Später wurde Fasseur Professor für südost-asiatische Geschichte und beschäftigte sich insbesondere mit der Geschichte Indonesiens.