Nachrichten JULI 2016


UMWELT: Mögliche Schließung niederländischer Kohlekraftanlagen kostet 7 Milliarden Euro

Den Haag. SW/NOS/VK. 14. Juli 2016.

Sofern die Niederlande ihre verbliebenen fünf Kohlekraftanlagen schließen, würde dies Mehrkosten in Höhe von 7 Milliarden Euro bedeuten, zu diesem Ergebnis kommt ein Rapport des niederländischen Wirtschaftsministeriums. Dem stünde eine Senkung des CO2-Ausstoßes um 31 Prozent gegenüber. Bereits jetzt wird angezweifelt, ob Wirtschaftsminister Kamp die Vorgaben des Energieakkoords einhalten können wird.

Sollten die Niederlande ihre Kohlekraftanlagen schließen, würde dies 7 Milliarden Euro kosten. Zu diesem Ergebnis kommt ein Rapport in Auftrag des niederländischen Wirtschaftsministeriums, der dem Nachrichtensender NOS vorliegt. Des Weiteren kommt der Rapport zu dem Ergebnis, dass eine Schließung aller niederländischen Kohlekraftwerke den CO2-Ausstoß um 31 Prozent senken würde. Der Nettoausstoß läge indes bei 9 Prozent, so der Rapport. Aufgrund des Wegfalls des heimisch produzierten Stroms, müssten die Niederlande verstärkt Strom aus dem Ausland importieren, der zumeist mittels Kohlekraftwerke produziert wird.  

Aufgrund des sinkenden Angebots sei eine Preissteigerung für Strom, laut des Rapports, wahrscheinlich, die Gefahr eines Strommangels bestünde jedoch nicht. Umweltorganisationen betonen, dass der Staat durch die Schließung der Kohlekraftanlagen jedoch auch Gelder sparen könnte. Bislang erhalten niederländische Kraftwerke, die kanadische Biomasse verbrennen, Subventionen, diese enden jedoch 2020, wodurch bis zu 14 Milliarden Euro eingespart werden könnten.

Wirtschaftsminister Kamp steht unter großem Druck den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Das sogenannte Energieakkoord sieht vor, dass bis 2020 14 Prozent des Energiebedarfs auf nachhaltige Weise produziert werden soll. Bislang wird jedoch angezweifelt, ob die Niederlande die Vorgaben einhalten werden. Auch die Vorgaben des Pariser Klimaabkommens erhöhen den Druck auf Kamp. Zudem hatte ein Gericht im sogenannten Urgenda-Verfahren, beschlossen, dass die niederländische Regierung mehr gegen den Ausstoß von Treibhausgasen unternehmen muss.

2013 hatte Kamp sich bereits mit verschiedenen Umweltorganisationen darauf geeinigt, um fünf Kohlekraftwerke aus den 80er Jahren zu schließen. Jene Umweltorganisationen drängen Minister Kamp dazu auch die verbliebenen fünf Kraftwerke in Kürze zu schließen. Die Betreiber der Kraftwerke warnen jedoch vor den hohen Kosten einer schnellen Schließung. Bei zwei Kraftwerken aus den 90er Jahren hat der Minister bereits Bereitschaft signalisiert, diese auch schließen zu wollen. Was mit den drei jüngeren Kraftwerken passieren wird, ist bislang ungewiss.